Börse New York
Wall Street schüttelt Sorgen über Nordkorea ab

Die US-Börsen reagierten zunächst nervös auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas. Doch die Anleger schüttelten die Furcht zum Handelsschluss ab. Die wichtigsten Indizes tendierten fester.
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New YorkDie Wall Street hat sich am Dienstag von anfänglichen Kursverlusten erholt und fester geschlossen. Die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea rückte im Handelsverlauf in den Hintergrund.

Zunächst hatte die Zuspitzung in der Krise noch für Unruhe gesorgt. Auslöser war ein Raketentest Nordkoreas. Das Geschoss überflog japanisches Territorium und stürzte anschließend ins Meer. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Führung in Pjöngjang als zunehmende Bedrohung für die Welt und schloss eine militärische Antwort erneut nicht aus: „Alle Optionen liegen auf dem Tisch.“

Börsianer verwiesen darauf, dass diese Reaktion weniger aggressiv als frühere Äußerungen Trumps sei. Vor einigen Wochen hatte Trump Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen mit „Feuer und Zorn“ gedroht. „Unsere Einschätzung der aktuellen Gefahr sinkt und steigt mit Trumps Reaktion“, sagte Marktstratege Art Hogan vom Handelshaus Wunderlich Securities.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,3 Prozent auf 21.865 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,1 Prozent auf 2446 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,3 Prozent auf 6301 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,5 Prozent tiefer bei knapp 11.946 Punkten.

Thema an der Börse war auch der Tropensturm „Harvey“ in Texas. Entlang der dortigen Golfküste drosselten mehrere Großraffinerien den Betrieb oder stellten ihn ein. „'Harvey' wird alle möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft haben“, sagte Hogan.

Angesichts der Spannungen in Fernost hatten Investoren zunächst sichere Häfen gesucht. So zog der Goldpreis im frühen Handel an, schloss aber 0,1 Prozent billiger.

Aktien von Nike waren mit einem Abschlag von 1,86 Prozent der größte Verlierer im Dow Jones. Analyst Jay Sole von Morgan Stanley hatte das Kursziel für die Aktien des Sportartikelherstellers zwar lediglich auf 64 US-Dollar gesenkt und die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Allerdings stellte der Experte eine Abstufung in Aussicht, sollte sich die überraschende Schwäche auf den nordamerikanischen Märkten für Nike fortsetzen.

Apple-Aktien stiegen auf ein Rekordhoch von 163,12 Dollar. In den vergangenen Wochen hatte der Kurs bereits kräftig zugelegt, angetrieben von der Erwartung einer baldigen Präsentation des neuen iPhone. Am Ende des Handels gewannen Apple noch 0,89 Prozent auf 162,91 Dollar.

Best Buy brachen 11,9 Prozent ein. Der größte US-Elektronikhändler steigerte seinen Quartalsumsatz zwar stärker als erwartet. Firmenchef Hubert Joly warnte aber, die Zuwachsraten würden wohl nicht von Dauer sein.

Auf der Gewinnerseite standen Papiere von Rockwell Collins, die 2,1 Prozent zulegten. Insiderinformationen zufolge steht der Flugzeugzulieferer vor einer Übernahme durch den Konkurrenten United Technologies. An der Börse ist Rockwell derzeit etwa 21 Milliarden Dollar wert.

Profiteure des nordkoreanischen Raketentests waren Papiere der Goldproduzenten. Die Goldkäufe von Investoren als Ausdruck ihrer Flucht in sichere Anlagen stützten vereinzelte Branchentitel. So gewannen Randgold Resources rund 2 Prozent und Gold Fields etwa 1,6 Prozent hinzu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1403 Werte legten zu, 1474 gaben nach, und 187 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1502 im Plus, 1385 im Minus und 219 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 3/32 auf 101-01/32. Sie rentierten mit 2,13 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 11/32 auf 100-06/32 und hatten eine Rendite von 2,74 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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    Die USA laufen doch gut, ihrer Wirtschaft entsprechend. Die EU ein Bild des Trauers, wie immer. Der arme Dax ihm ist ganz schwindlig.

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