Börse Tokio
Anleger in Asien hoffen auf US-Geldspritze

Der Handel an der Börse in Tokio hat mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Das Geschäft wird beflügelt von positiven Exportzahlen und der Hoffnung auf ein Eingreifen der Notenbanken in den USA und in China.
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TokioAn den asiatischen Aktienmärkten haben die Anleger am Mittwoch auf weitere Konjunkturhilfen der US-Notenbank (Fed) gesetzt. Die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik trieb die Kurse in Fernost in die Höhe. Der Markt spekulierte auf eine Verlängerung der sogenannten "Operation Twist" - eine Umschichtung des Anleihebestandes - um der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und den Folgen der Schuldenkrise zu begegnen.

"Wenn sie enttäuscht werden, werden die US-Börsen fallen. Dieses Risiko wird den Markt hier davon abhalten, zu stark zu steigen", sagte Asien-Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. Für 18.30 Uhr (MESZ) ist eine Erklärung der Fed nach ihrer zweitägigen Beratung vorgesehen. Zudem wird sich Fed-Chef Ben Bernanke vor der Presse zur künftigen Strategie äußern.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 8752 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,7 Prozent auf 747 Punkte zu. Auch die Börsen in Taiwan, Singapur, Südkorea, Australien und Hongkong lagen im Plus. Lediglich in Shanghai ging es abwärts. In Australien standen Medienunternehmen im Fokus. News Corp von Medienzar Rupert Murdoch bietet zwei Milliarden Dollar für Australiens Bezahl-TV-Holding Consolidated Media. Die Aktien von Consolidated Media schossen knapp zehn Prozent nach oben.

Gefragt waren in Tokio insbesondere Finanzaktien. Der Sektor profitierte von einer guten Bewertung durch Bank of America Merrill Lynch. Deren Experten äußerten, die japanischen Geldhäuser verfügten über einen guten Wert und seien von den weltweiten Problemen weniger stark betroffen als andere Institute. Papiere von Japans größter Investmentbank Nomura legten vier Prozent zu. Anteilsscheine von Daiwa Securities verteuerten sich um 4,5 Prozent. Immobilienanbieter wie Sumitomo Realty & Development wurden im Sog ebenfalls nach oben gespült und stiegen um 4,8 Prozent.

Zu den wenigen Verlierern gehörten Mitsubishi Heavy Industries, die 3,1 Prozent nachgaben. Ein US-Gericht urteilte, dass der Konzern für ein Leck in einem kalifornischen Kernkraftwerk verantwortlich ist. Der Euro gab in Fernost einen Großteil seiner Gewinne vom Dienstag ab. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2673 Dollar bewertet, nach 1,2686 Dollar im späten US-Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent höher auf 12.837 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 12.744 und 12.898 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ein Prozent auf 1357 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,2 Prozent auf 2929 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 6363 Punkten aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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