Börse Tokio
Asien-Märkte hoffen auf Rettung Griechenlands

Die Tokioter Börse musste ihre Rally heute unterbrechen. Unsicherheit herrscht im Handel wegen der Gespräche über den Anleihetausch privater Griechenland-Gläubiger. Ein Unternehmen überrascht mit seinem Kurssprung.
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TokioDie Tokioter Börse hat die Woche kaum verändert begonnen. Damit konnten die japanischen Aktienmärkte ihre vier Tage andauernde Rally vorerst nicht fortsetzen. Ungewissheit über den Ausgang der Gespräche über den Anleihetausch privater Griechenland-Gläubiger bremsten am Montag die Kauflust. Im frühen Handel hatten die Indizes in Tokio noch deutliche Aufschläge verzeichnet. Die Börsianer warteten gespannt auf die Gespräche der Euro-Finanzminister in Brüssel. Viele asiatischen Aktienmärkte, darunter die in China, Hongkong, Singapur und Südkorea blieben wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen. Die erneut ins Stocken geratenen Gespräche über eine Umschuldung Griechenlands drückten auch den Kurs des Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung sank auf 1,2896 Dollar nach 1,2935 Dollar im späten US-Geschäft.

„Es gab kein klares Ergebnis bei den Gesprächen über die Restrukturierung der griechischen Schulden am Wochenende, und das hat den Euro wahrscheinlich gedrückt“, sagte Andrew Salter von ANZ in Sydney. Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung in Athen mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht von geschätzten 100 Milliarden Euro unterbrochen worden. Der Internationale Bankenverband (IIF) hofft aber nach wie vor auf eine Einigung.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kaum verändert bei 8765 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,17 Prozent zu auf 756 Zähler. Bislang hat der Nikkei im Januar fast vier Prozent zugelegt und ist damit auf dem Weg zur besten Performance für diesen Monat seit Januar 1999.

Die Aktien des skandalgeschüttelten Kamera-Konzerns Olympus legten um mehr als acht Prozent zu und waren das am meisten gehandelte Papier. Die Tokioter Börse hatte zuvor entschieden, die Notierung der Aktie beizubehalten, verpasste dem Unternehmen jedoch die Aufforderung, die Führung dringend zu verbessern. Börsianer sagten, Olympus habe durch die Entscheidung zumindest etwas Zeit gewonnen.

Zu den Gewinnern zählten auch Toshiba und Sony mit Kursgewinnen von mehr als vier Prozent, nachdem der Broker Nomura eine zuversichtliche Einschätzung zu der Elektronik-Branche veröffentlicht hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man merkt langsam, dass sich der focus der Welt verändert hat. Noch vor ein paar Jahren schaute man NUR auf die Daten aus den USA.

    Jetzt schaut die Welt auf Europa.

  • "Rettung Griechenlands" würde ich als Unwort des Jahres wählen.
    Die Schulden werden weder gestrichen noch reduziert, sondern nur um 30 Jahren verlängert, mit einer Verzinsung von circa 4% pro Jahr.
    Das bedeutet dass das arme griechische Volk für die nächsten paar Jahrhunderte auf alles verzichten muss nur um die Zinsen auf diesen Schuldenberg zu berappen. Am Ende wird sich jedoch eine Insolvenz Griechenlands nicht vermeiden lassen. Es sei denn Griechenland macht auch auf Steuerparadies wie Luxemburg?

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