Börse Tokio
Asiens Börsen legen Verschnaufpause ein

Einige Investoren nehmen die Gewinne der vergangenen Tage mit. Der Nikkei-Index schloss unverändert. Das neue Billig-iPhone belastet die Apple-Zulieferer.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkten haben nach mehrtägiger Rally am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Einige Investoren nahmen Gewinne mit, nachdem ermutigende Konjunkturdaten aus China und die Aussicht auf ein lediglich moderates Zurückfahren der Geldspritzen der US-Notenbank zuletzt die Börsen beflügelt hatten.

Der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans gab 0,1 Prozent nach. Damit lag er aber immer noch auf dem höchsten Niveau seit Anfang Juni. "Die Zuversicht bei den Investoren könnte steigen, dass die Schwellenländer mit geringeren Anleihekäufen der US-Notenbank Fed zurechtkommen, wenn die Konjunkturdaten eine weitere Belebung signalisieren", sagte Koon Chow, Chefstratege für Schwellenländer bei der Investmentbank Barclays Capital.

Nach jüngsten Daten kommt China wohl um einen Einbruch des Wachstums herum. Exporte, Industrieproduktion und Einzelhandel legten im August stärker zu als erwartet. Die chinesischen Aktienindizes legten auch am Mittwoch zu und erreichten den höchsten Stand seit drei Monaten.

Der Index der Börse Shanghai notierte um 0,2 Prozent höher, der CSI300 der Börsen in Shanghai und Shenzhen stieg 0,3 Prozent. Kursgewinne verbuchten vor allem Titel aus der Schifffahrtsbranche. Staatliche Medienberichte weckten Hoffnungen, dass noch in dieser Woche mehr Details zur Freihandelszone in Shanghai bekanntgegeben werden.

Die Tokioter Börse schloss nahezu unverändert. Der Nikkei-Index notierte mit 14.425 Zählern etwa auf dem Niveau des Vortagesschlusses. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen bei den Unternehmen, die in den vergangenen Tagen besonders von der Vergabe der Olympischen Spiele 2020 nach Tokio profitiert hatten.

Einen Dämpfer erhielten zudem die Apple-Zulieferer. Die Aktien von Firmen wie Taiyo Yuden, Murata, Ibiden, Mitsumi, Japan Aviation Electronics und Minebea verloren zwischen 1,5 und 4,3 Prozent. Auslöser für die Verkäufe war die Vorstellung einer Billig-Version des iPhone.

Damit will Apple vor allem in Schwellenländern Marktanteile gewinnen. Aus Sicht von Börsianern ist der Einstiegspreis von 99 Dollar inklusive eines Zweijahresvertrags aber immer noch zu hoch, um Konkurrenten wie Samsung oder Huawei Kunden abzujagen.

Experten rechnen damit, dass die Fed in der kommenden Woche ihr Anleihen-Kaufprogramm um zehn Milliarden Dollar pro Monat drosselt. Derzeit kauft die US-Notenbank noch monatlich 85 Milliarden Dollar an Wertpapieren. Die Aussicht auf weniger Fed-Geld hatte eine Kapitalflucht aus Ländern wie Indien oder Indonesien ausgelöst.

Die indonesische Zentralbank dürfte ihren Leitzins nun aber stabil halten. Das Land ist auf Kapitalimporte angewiesen, um sein Leistungsbilanzdefizit von 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung zu finanzieren und gilt deswegen als anfällig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mal schauen, wie lange, das neue Spiel in Japan gutgeht. In den letzten Jahren gabs mehrere erfolglose Anläufe gleicher Ausrichtung. Was ist nur aus den einst so stolzen Japanern geworden, wenn die nun geldpolitisch und nicht mehr mit überlegener Technologie am Weltmarkt bestehen worden? Ein jämmerlicher Haufen Ex-Nummer 1. Sony: kaputt. Halbleiterindustrie: auf den Abwicklungsfall Renesas zusammengeschmolzen. Und und und.

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