Börse Tokio
Der Nikkei-Index schließt mit sattem Plus

Nach den positiven Vorgaben der Wall Street hat die Tokioter Börse fest tendiert. Die Börsianer in Asien haben ihre Angst vor der Schuldenkrise ein wenig abgelegt.
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TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben sich am Donnerstag uneinheitlich präsentiert. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei auf dem höchsten Stand seit sechs Wochen. Die japanischen Anleger lösten sich von der Skepsis über den EU-Krisengipfel, die andernorts in Asien stärker auf dem Börsenhandel lastete. In Japan waren vor allem Banken- und Versicherungstitel gefragt. Auch Exportwerte machten Boden gut. Händler warnten jedoch, dass dies nur von kurzer Dauer sein könnte, sollte der Yen wieder anziehen. Beflügelt wurden die Aktienkurse insgesamt von den US-Börsen sowie von saisonalen Effekten in der Heimat: Nach einem ungeschriebenen Gesetz halten sich japanische Anleger während der Halbjahres-Aktionärsversammlungen mit Verkäufen zurück.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent im Plus bei 8874 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,8 Prozent auf 758 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong und Singapur verbuchten Gewinne, während der Aktienmarkt in Korea auf der Stelle trat. Einbußen hinnehmen mussten die Börsen in Shanghai und Taiwan.

Auch in Japan hatten die Anleger die Euro-Schuldenkrise weiter auf ihrem Radar und machten sich auf Enttäuschungen nach dem Krisengipfel gefasst. Die zum Quartalsende dennoch gestiegene Risikobereitschaft der Investoren bescherte vor allem Finanztiteln wie Mitsubishi UFJ und Mizuho Kursgewinne. Mitsubishi-Aktien legten 2,8 Prozent zu, Mizuho-Papiere verteuerten sich um fast vier Prozent. Zu den erstarkten Exportwerten gehörten Mazda mit einem Plus von fast zwei Prozent und Toyota mit einem Anstieg von 2,7 Prozent. Die Aktien von Panasonic legten gut zwei Prozent zu, nachdem Merrill Lynch sie zum Kauf empfohlen hatte.

Die Anteilsscheine des Versorgers Kansai gewannen zwischenzeitlich fünf Prozent an Wert, nachdem die Aktionäre bei einer Versammlung für die Beibehaltung von Atomstrom gestimmt hatten. Die Papiere gingen ein Prozent höher aus dem Handel.

Überraschend positive Konjunkturdaten und Kursgewinne im Energiesektor haben den US-Aktienmärkten am Mittwoch Auftrieb gegeben. Allerdings wagten sich viele Anleger vor dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfel zur Eindämmung der Schuldenkrise kaum aus der Deckung. Auch an der Wall Street wurde nicht mit bahnbrechenden Ergebnissen der zweitägigen Beratungen in Brüssel gerechnet. Einen Tag vor dem Spitzentreffen warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Scheinlösungen und bekräftigte ihr Nein zu gemeinsamen europäischen Anleihen, wie sie etwa Frankreich, Italien und Spanien fordern. "Was da drüben passiert, ist wie ein Autounfall in Zeitlupe", kommentierte Analyst Robert Pavlik, Chef-Marktstratege bei Banyan Partners.

Einen leichten Schub erhielten die Börsen durch neue Konjunkturdaten aus der Heimat. Die Nachfrage nach langlebigen Gütern stieg im Mai um 1,1 Prozent und damit unerwartet stark. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. "Auch wenn das wichtige Daten sind, den Markt beherrschen immer noch die Nachrichten aus Europa", sagte David Carter, Chef-Investmentstratege bei Lenox Wealth Advisors.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent fester bei 12.627 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.532 und 12.646 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 0,9 Prozent auf 1331 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 2875 Punkte. Dank des höheren Ölpreises stieg der S&P-Index für den Energiesektor um 1,9 Prozent. In Frankfurt ging der Dax angesichts der positiven Konjunkturdaten aus den USA mit einem Plus von 1,5 Prozent bei knapp 6229 Punkten aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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