Börse Tokio
Fed-Ansage lässt Nikkei straucheln

Die Äußerungen der Fed haben die Tokioter Börse belastet. Der Dollar geriet zu Euro und Yen unter Druck. Anleger fürchteten um die Geschäfte der Unternehmen im Ausland. Zu den größten Verlierern gehörten Autobauer.
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TokioDie Börse in Tokio hat am Donnerstag erstmals seit zwei Tagen wieder nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 67,92 Punkte oder 0,35 Prozent auf den Stand von 19 476,56. Der breit gefasste Topix sank um 6,65 Punkte oder 0,42 Prozent auf den Stand von 1575,81 Punkten.

Auslöser seien etwas vorsichtigere Äußerungen der US-Notenbank zur Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft, sagten Händler. Die Federal Reserve deutete am Mittwochabend zudem an, die Zinsen etwas behutsamer anzuheben als bislang gedacht, was den Dollar zu Euro und Yen unter Druck setzte. Beides wiederum belastete japanische Exportwerte.

Anleger fürchteten um die Geschäfte der Unternehmen im Ausland und machten nach der jüngsten Rekordjagd des Aktienmarkts auf ein 15-Jahreshoch Kasse. Der Leitindex Nikkei verlor bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 19.418 Punkte. Den übrigen Fernost-Börsen gab die Aussicht auf länger niedrige Zinsen in den USA und damit mehr billiges Geld dagegen Auftrieb.

Zu den größten Verlierern in Tokio gehörten die Autobauer Nissan und Honda, die jeweils mehr als ein Prozent nachgaben. Ähnlich stark gefragt wie am Vortag waren dagegen die Aktien von Nintendo, die nochmals rund 13 Prozent zulegten. Der zuletzt schwächelnde Spielekonsolen-Hersteller hatte kürzlich angekündigt, seine beliebten Spielehelden wie etwa Super Mario künftig auch für Apps auf Smartphones und Tablets anzubieten. Anleger hatten lange auf diesen Schritt gewartet, denn Nintendo hat die Konkurrenz dieser mobilen Geräte schwer zugesetzt.

Der Euro gab einen Teil seiner Vortagsgewinne in Fernost wieder ab und notierte bei 1,0804 Dollar 0,6 Prozent tiefer. Am Mittwoch war die Gemeinschaftswährung nach den Fed-Äußerungen zeitweise um 2,8 Prozent bis auf 1,1062 Dollar geklettert - der größte Anstieg an einem Tag seit sechs Jahren. Zur japanischen Währung notierte der Dollar wenig verändert bei 120,23 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9885 Franken je Dollar und 1,0677 Franken je Euro.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sollte das wirklich wahr sein? Die Fed erhöht den Zins, der Euro und der Yen steigen, die Börsen in Deutschland und Japan kommen ins Trudeln, weil die Zinserhöhung schon eingepreist ist? Wird es tatsächlich so kommen, dass nach dem ersten Zinsschritt der Fed neue Anlagemöglichkeiten gesucht werden müssen, weil der Dollar und der Dow dann schon abgegrast sind? Dieser Anschein zeigt sich wohl gerade? Die Parität von Dollar und Euro ist dann ausgeschlossen, oder? Ist die Exportrally Südeuropas schon vorbei, weil der Euro nur noch aufwerten wird gegen den Dollar? Überdenkt eure Anlagestrategie und sortiert euer Depot neu!

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