Börse Tokio
Japans Aktienmarkt zückt den Währungsjoker

Erneut ist der Yen auf ein Rekordniveau gefallen. Die Aktienkurse in Japan ziehen daraufhin kräftig an. Der Nikkei-Index nähert sich 11.000 Punkten. Rund 200 Aktien im Leitindex legen zu. Samsung fällt dagegen.
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TokioEin schwächerer Yen hat am Freitag der Tokioter Börse mal wieder Auftrieb gegeben. Zu den Kursgewinnen trugen Analysten zufolge außerdem Erwartungen bei, dass die anstehenden Quartalsberichte vieler Unternehmen über den Prognosen liegen dürften.

Die Samsung-Aktie rutschte an der Börse in Seoul 2,5 Prozent ab.

Denn der südkoreanische Elektronikriese zügelt trotz eines Rekordgewinns seine Investitionen. Diese sollen im laufenden Jahr erstmals seit der Finanzkrise nicht erhöht werden, wie das Management am Freitag ankündigte.

Geplant sei vielmehr ein ähnliches Niveau wie im vergangenen Jahr, in dem der Konzern früheren Angaben zufolge umgerechnet 17,5 Milliarden Euro investieren wollte. Der Konzern spürt eine Verlangsamung des Wachstums im Smartphone-Markt und eine abflauende Nachfrage nach Computerchips. Unter anderem zeichnet sich ab, dass Rivale Apple weniger Mikroprozessoren bei Samsung für seine iPhones und IPads einkauft.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss knapp drei Prozent höher bei 10.926 Punkten. Die Kurse sind dabei extrem stark auch in der Breite gestiegen. Im Nikkei-Index notierten rund 200 Aktien im Plus. Nur ganz wenige gaben nach.

Im fernöstlichen Devisenhandel hat der Yen am Freitag nachgegeben. Der Dollar stieg zur japanischen Währung auf 90,695 Yen, den höchsten Stand seit Juni 2010. Der Euro kletterte auf 121,32 Yen, das höchste Niveau seit April 2011.

Zuvor hatten neue Preisdaten darauf hingewiesen, dass die japanische Wirtschaft weiter in der Deflation steckt. Demnach sanken die Verbraucherpreise im Dezember in der Kernrate (ohne schwankungsanfällige Nahrungsmittelpreise) im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. Es war der zweite Rückgang in Folge.

Damit steigt der Druck auf die heimische Notenbank, mit neuen Konjunkturstimuli für eine Abwertung des Yen zu sorgen. Auf Geheiß der neuen Regierung soll die Zentralbank ab kommendem Jahr unbegrenzt Anleihen ankaufen.

Zu den Gewinnern zählten insbesondere Exporttitel wie Panasonic, Toshiba und Nissan, die zwischen 2,4 und fünf Prozent zulegten. Auch Bankenwerte rückten vor. Nomura Holdings stiegen 1,2 Prozent, Mitsubishi UFJ Financial 1,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Fluten der Welt mit Yen ist teilweise nachvollziehbar, aber es verschafft den Japanern Wettbewerbsvorteile, die auf Dauer nicht hinnehmbar sind. Besonders anfällig reagierte der Euro. Es werden zwangsläufig nun auch im Euro-Raum die Notenpressen angeworfen werden müssen, um nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten. Den überschuldeten Euro-Ländern wirds recht sein, aber es ist der Beginn einer galoppierenden Inflation...

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