Börse Tokio
Japans Börsen starten Griechenland-Rally

Die mögliche Rettung Griechenlands gibt der japanischen Börse Rückenwind. Auch der Euro ist gefragt. Spekulanten nehmen die Gemeinschaftswährung ins Visier.
  • 0

TokioDie Kursgewinne in Asien blieben jedoch vor der US-Zinsentscheidung am Mittwoch begrenzt. „Die Investoren warten ab, was Fed-Chef Ben Bernanke nach dem Zinsbeschluss sagt“, meinte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities. Bernanke gibt erst zum zweiten Mal eine Pressekonferenz nach der Sitzung der Notenbank. Die Fed dürfte an ihrem äußerst niedrigen Zins festhalten, den zusätzlichen Geldstrom aus Anleihekäufen aber gleichzeitig versiegen lassen.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss 1,1 Prozent fester bei 9459 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte ebenfalls 1,1 Prozent zu auf 815 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan, Hongkong und Shanghai notierten fester. Zu den Kursgewinnern in Tokio zählten Exporteure: Der Aktienkurs des Autoherstellers Toyota stieg um knapp ein Prozent. Die Papiere des Unterhaltungselektronik-Herstellers Sony verteuerten sich um 0,2 Prozent. Bei den Einzelwerten stach Panasonic hervor, dessen Anteilsscheine sich um rund 0,7 Prozent verbilligten. Der Konzern hatte zuvor wegen des Jahrhundert-Erdbebens und der Atomkatastrophe von Fukushima einen Rückgang des Betriebsgewinns um elf Prozent für das laufende Geschäftsjahr angekündigt.

Die Finanzminister der Euro-Zone haben am Montag den Druck auf die Regierung in Athen erhöht, im Gegenzug für weitere Hilfen ein hartes Sparprogramm aufzulegen. Auch die US-Börsen haben positiv darauf reagiert.

„Der Eindruck ist, dass Griechenland Geld erhalten wird. Zuvor wird aber noch ein wenig gestritten. Die Europäische Union wird Griechenland wohl nicht fallenlassen. Das stützt den Markt“, sagte Ken Polcari von ICAP Equities in New York.

Der Euro bleibt unter Beobachtung

Trotz der Aussicht auf weitere Hilfen für das hochverschuldete Griechenland schafft der Euro nicht den Durchbruch. In einem wechselhaften Handel gab die Gemeinschaftswährung am Dienstag ihre anfänglichen Zugewinne ab, nachdem ein hochrangiger Vertreter der Ratingagentur Fitch auch einen freiwilligen Tausch griechischer Anleihen als potenziellen Zahlungsausfall bewertete.  Der Euro fiel bis auf 1,4305 Dollar von einem Tageshoch bei 1,4383 Dollar. Er erholte sich später wieder leicht auf 1,433 Dollar, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet..

„Das geht alles auf das Konto von kurzfristig orientierten Händlern“, sagte Tsutomu Soma von Okasan Securities. „Niemand kauft den Euro, um ihn lange zu halten.“  Die Beschlüsse der Euro-Finanzminister hatten der Gemeinschaftswährung zunächst wie den Aktienmärkten in New York und Tokio Auftrieb gegeben. „Insgesamt betrachtet fangen die Marktteilnehmer an daran zu glauben, dass die Politiker der Euro-Zone, besonders die Politiker in Deutschland, eine harte Landung in Griechenland vermeiden wollen“, sagte Makoto Noji von SMBC Nikko Securities.

„So betrachtet kehren die Risikobereiten zum Euro zurück, zumal die US-Notenbank noch weit von einem Ausstieg aus ihrer Politik des billigen Geldes entfernt ist - im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank, die angedeutet hat, ihre Zinsen trotz der Schuldenprobleme anzuheben.“  Zum Yen wurde der Euro mit 114,90 Yen gehandelt. Die US-Währung lag kaum verändert und wurde für 80,22 Yen verkauft. Der Schweizer Franken notierte bei 0,8431 Franken je Dollar und 1,2084 Franken je Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Japans Börsen starten Griechenland-Rally"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%