Börse Tokio
Japans Unternehmen schicken Nikkei auf Talfahrt

Die gute Stimmung an den Börsen bröckelt. In Tokio gab es für den Nikkei-Index zum Wochenausklang deutliche Verluste. Sinkende Verbraucherpreise und der starke Yen drücken auf die Stimmung. Vor allem aber bringt die Berichtssaison der japanischen Unternehmen für das erste Halbjahr zahlreiche Enttäuschungen.
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HB TOKIO. Eine Mixtur aus weiter sinkenden Verbraucherpreisen, schwachen Firmenzahlen, durchwachsenen Vorgaben aus den USA und einem steigenden Yen-Kurs haben den japanischen Aktienmarkt am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Nikkei-Index der 225 größten Werte lag zum Handelsschluss 1,75 Prozent im Minus bei 9 202 Punkten. Der marktbreite Topix-Index verlor 0,4 Prozent auf 810 Zähler.

Die Regierung in Tokio hatte am Morgen mitgeteilt, das die Verbraucherpreise im September im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 1,1 Prozent gesunken sind. Es war bereits der 19. Monat mit sinkenden Preisen in Folge. Außerdem sei die Industrieproduktion im September saisonbereinigt um 1,9 Prozent zum Vormonat zurückgegangen.

Belastend wirkte auch die erneute Schwäche des Dollars, der im Vergleich zur japanischen Währung erneut unter 81 Yen je Dollar absackte. Die Vorgaben von der Wall Street drückten ebenfalls auf die Stimmung. Zwar schloss der Dow Jones nur 0,1 Prozent im Minus und der S&P 500 und der Nasdaq 100 legten sogar um 0,1 bzw. 0,2 Prozent zu. Nachbörslich rutschten die Kurse an der Wall Street allerdings stärker ins Minus.

Zu den größten Verlierern am Markt zählten die Papiere des Chipkonzerns Advantest. Diese brachen um fast neun Prozent ein, nachdem das Unternehmen mit seinen Zahlen für das erste Halbjahr enttäuscht hatte. Zwar schaffte Advantest anders als im vergangenen Jahr einen Gewinn. Mit 2,59 Mrd. Yen (ca. 23 Mio. Euro) lag das Ergebnis aber um 16 Prozent unter der Prognose des Konzerns.

Niedrigere Gewinnschätzungen und kritische Analystenkommentare belasteten auch zahlreiche andere Werte. Für Aktien des Kopierer-Herstellers Ricoh ging es fast fünf Prozent abwärts, nachdem sowohl Goldman Sachs als auch Nomura ihre Kursziele gesenkt hatten. Die Papiere von Japan Tobacco gaben mehr als vier Prozent nach, weil das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr um 14 Prozent zurücknahm. Noch deutlich schlimmer erwischte es Hino Motors: Japans größter Hersteller von Groß-Trucks nahm seine Gewinnschätzung von elf Mrd. Yen auf acht Mrd. Yen zurück - ein Kursverlust von knapp 14 Prozent war die Folge.

Unter den wenigen Gewinnern im Nikkei fand sich dagegen Hitachi. Anders als die Mehrheit der japanischen Konzerne nahm der Elekotronikhersteller seine Umsatz- und Gewinnprognose nicht zurück, sonder hob sie sogar an. Als Lohn ging es für die Aktie vier Prozent aufwärts

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