Börse Tokio
Leichte Verluste in Japan

Während andere asiatische Märkte Gewinne feiern konnten, dominierte in Japan die Zurückhaltung. Anleger warteten auf neue Konjunktursignale aus Europa. Der Leitindex Nikkei gibt leicht nach.
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TokioDie Aktienanleger in Fernost haben sich am Dienstag kaum aus der Deckung gewagt. Impulse aus den USA fehlten, weil die Wall Street wegen eines Feiertags am Montag geschlossen blieb. Zudem wollten viele Investoren zunächst neue Konjunkturdaten aus Europa abwarten, wo unter anderem im Laufe des Tages der ZEW-Index und am Freitag der Ifo-Index anstanden. Der Euro tendierte kaum verändert.

Die Börse in Tokio präsentierte sich nach ihren kräftigen Gewinnen vom Vortag uneinheitlich. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,3 Prozent schwächer bei 11.372 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte dagegen um 0,1 Prozent auf 963 Zähler zu.

Die Märkte in Seoul und Taiwan verbuchten ebenso leichte Zuwächse wie der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans. Die Börse in Sydney schloss 0,4 Prozent im Plus und damit auf dem höchsten Stand seit viereinhalb Jahren. Der Leitindex in Shanghai gab dagegen deutlich nach.

"Nach der Rally Anfang Februar dank der Anzeichen einer Erholung in den USA und einer Entspannung der Krise in Europa warten die Anleger nun auf frische Signale, um die Kurse weiter nach oben zu treiben", sagte Analyst Tomomichi Akuta Mitsubishi UFJ Research. Allerdings beschäftigten die Investoren auch wieder einige besorgniserregende Faktoren wie die bevorstehende Wahl in Italien und die näher rückende Frist im US-Haushaltsstreit.

Zu den größten Gewinnern in Tokio zählten die Papiere des Reifenherstellers Bridgestone, die mehr als zehn Prozent in die Höhe schossen. Der Continental -Rivale hatte in Aussicht gestellt, seinen operativen Gewinn 2013 deutlich zu steigern.

Bei den am Montag noch so kräftig gefragten Exportwerten kam es dagegen zu Gewinnmitnahmen. So verloren die Anteilscheine des Kamera- und Bürogeräte-Herstellers Canon 0,5 Prozent. Die Papiere des Autobauers Toyota büßten knapp ein Prozent ein. Die Titel des Rivalen Nissan fielen um mehr als ein Prozent.

Der Euro trat bei 1,3353 Dollar auf der Stelle. Zur japanischen Währung gab er 0,3 Prozent nach auf 125,05 Yen. Der Dollar gab zum Yen leicht auf 93,60 Yen nach.

Japans Regierung will frühestens zum Beginn der kommenden Woche bekanntgeben, wen sie für die Spitze der Notenbank nominiert. Der Kandidat für den Chefsessel werde nach Ministerpräsident Shinzo Abes Rückkehr von seiner US-Reise genannt, sagte Wirtschaftsminister Akira Amari am Dienstag. Abes Besuch in den Vereinigten Staaten ist für Donnerstag bis Sonntag angesetzt.

An den Märkten wird die Entscheidung mit Spannung erwartet. Als Favorit auf die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Masaaki Shirakawa gilt der frühere Spitzenbeamte im Finanzministerium, Toshiro Muto. Darauf scheine es immer mehr hinauszulaufen, hatte am Montag eine in den Auswahlprozess eingeweihte Person gesagt. Allerdings sei die Angelegenheit noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Der Chefposten bei der Notenbank wird am 19. März frei. Der 69-jährige Muto gilt als geschickt im Verhandeln und als Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die er jedoch nicht radikal ausreizen will. Sollte der Vertreter der relativ gemäßigten Linie Shirakawa beerben, wäre dies ein Signal, dass Abe auf politischen Konsens setzt und in Sachen Geldpolitik international nicht noch stärker anecken möchte.

BoJ-Gouverneur Shirakawa scheidet vorzeitig aus dem Amt, da er mit Abe überkreuz liegt. Der Ministerpräsident hatte die Notenbank unter Druck gesetzt, mit einer Geldschwemme den Kampf gegen die Deflation - also die Spirale aus fallenden Preisen und nachlassender Investitionsneigung - zu forcieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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