Börse Tokio
Nikkei-Index rutscht wieder ab

Der japanische Aktienmarkt sucht nach einer Richtung. Nach einem schwachen Start wegen der Fed-Protokolle erholten sich die Märkte nur zeitweise wegen der gut gehenden Geschäfte in der chinesischen Industrie.
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Tokio Die Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der US-Notenbank aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik hat am Donnerstag Anleger in Asien umgetrieben und die meisten Aktienmärkte deutlich belastet. Anleger bewerteten das am Mittwochabend vorgelegte Sitzungsprotokoll so, dass der Ausstieg im nächsten Monat eingeleitet werde.

Dies trieb die Renditen der US-Anleihen nach oben - sie gelten als Maßstab für die weltweiten Finanzierungskosten. Der Dollar stieg ebenfalls. Dies wiederum sorgte bei zahlreichen Währungen in Schwellenländern für einen Kursrutsch, da dort massiv auf den billigen Dollar gesetzt wurde, um Haushaltsdefizite und die heimische Nachfrage zu finanzieren.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 1,1 Prozent und markierte damit ein Sechs-Wochen-Tief. Auch die Märkte in Korea oder Singapur verloren rund ein Prozent. Einzig Tokio und China gerieten etwas weniger stark in den Abwärtssog.

Dort halfen Marktteilnehmern zufolge die positiven Daten zur chinesischen Industrie. Die Stabilisierung in der Branche trug dazu bei, die Enttäuschung der Anleger über das Sitzungsprotokoll zu mildern. Der 225 Werte umfassende Tokioter Nikkei-Index schloss 0,4 Prozent schwächer bei 13.365 Punkten.

Die Geschäfte der chinesischen Industrie laufen derzeit so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC kletterte auf 50,1 Punkte von 47,7 Punkten im Juli. Damit überwand der Index die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Zu den größten Verlierern in Tokio zählten erneut die Aktien des Kraftwerk-Betreibers Tepco wegen der anhaltenden Probleme am Atom-Meiler Fukushima: Die Papiere büßten gut vier Prozent ihres Wertes ein. Honda verbesserten sich um 0,7 Prozent, weil Goldman Sachs die Papiere zum Kauf empfahl.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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