Börse Tokio
Nikkei knickt ein

Die Stimmung in der japanischen Wirtschaft verbessert sich. Mit den Börsenkursen geht es allerdings am Montag in die andere Richtung. Anleger nehmen Gewinne mit und drücken den Nikkei deutlich ins Minus.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkte sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der Handel war allerdings verhalten, da an einigen Märkten in Fernost und in Europa die Börsen noch wegen der Osterfeiertage geschlossen blieben. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Minus von gut zwei Prozent bei 12.135 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 3,3 Prozent auf 1000 Punkte.

Anleger nahmen Gewinne mit, nachdem der Nikkei sich im ersten Quartal so gut entwickelt hatte wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik des Landes bei der nächsten Sitzung der japanischen Notenbank am 3. und 4. April hatte das Börsen-Barometer nach oben getrieben. Vor allem Export- und Finanzwerte haben davon profitiert. Wie der am Montag veröffentlichte Tankan-Konjunkturbericht zudem zeigte, hat sich zum ersten Mal seit drei Quartalen die Stimmung in der japanischen Wirtschaft verbessert.

Der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans notierte 0,2 Prozent tiefer. Die Aktienmärkte in Hongkong und Australien blieben geschlossen.

Negativ auf die Stimmung drückten Konjunkturdaten aus China. Zwar wuchs die Industrie der Volksrepublik im März vor allem dank der Binnennachfrage. Der offizielle Einkaufsmanagerindex kletterte auf 50,9 Punkte, blieb damit aber hinter der Prognose des Marktes zurück, der mit 52 Punkten gerechnet hatte. Die Daten könnten daraufhin deuten, dass die Nachfrage nach Öl nicht in dem Maß steige, wie es sich der Markt wünsche, sagte Analyst Carl Larry von Oil Outlooks and Opinion. Das drückte auf den Öl-Preis.

Der Euro gab fast auf den tiefsten Wert seit vier Monaten nach und kostete nur noch 1,2798 Dollar. Die unsichere politische Lage in Italien und die Entwicklung in Zypern belastete die Gemeinschaftswährung. In Italien gibt es auch einen Monat nach der Wahl noch keine Regierung. Präsident Giorgio Napolitano will sich bis zum Ende seiner Amtszeit am 15. Mai nun dafür einsetzen, dass doch noch Bewegung in die festgefahrene Lage kommt.

In Zypern wurde über das Wochenende klar, dass Kunden der größten Bank des Landes noch stärker zur Rettung des Landes heranzogen werden als bislang bekannt. Viele Anleger flüchteten sich deswegen in "sichere Häfen" wie Gold. Das Edelmetall kostete zuletzt 1598 Dollar je Unze, nachdem es im Handelsverlauf bereits die Marke von 1600 Dollar erreicht hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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