Börse Tokio
Nikkei legt trotz Rezessionsmeldung zu

Mit leichten Kursgewinnen ist der japanische Aktienmarkt in die Woche gestartet. Zwar befindet sich auch Japan laut offizieller Statistik jetzt in der Rezession. Schnäppchenjäger nutzten die niedrigen Kurse aber zum Einstieg bei defensiven Werten.

HB TOKIO. Am japanischen Aktienmarkt haben Anleger zum Wochenauftakt ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Zunächst gaben die Kurse deutlich nach, nachdem neue Zahlen gezeigt hatten, dass die japanische Wirtschaft im dritten Quartal erneut geschrumpft ist und sich damit in der Rezession befindet. Der Nikkei-225-Index verlor in der Spitze fast 250 Punkte auf 8 218 Zähler. In der Folge drehte die Stimmung in Tokio allerdings, weil Schnäppchenkäufer günstige Einstiegsgelegenheiten sahen. Diese trieben den Nikkei bis auf ein Tageshoch bei 8 767 Punkte. Den Großteil der Gewinne gab der Index anschließend allerdings wieder ab und rettete lediglich ein Plus von 0,7 Prozent auf 8 522 Punkte über den Tag.

Wie das Statistikbüro der Regierung am Montag berichtete, sank das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September real um 0,1Prozent zum Vorquartal. Auf einer annualisierten Basis ging die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent zurück. Volkswirte hatten einen minimalen BIP-Zuwachs um real 0,1 Prozent erwartet, was einem annualisierten Wachstum um 0,3% entsprochen hätte. Bereits im zweiten Jahresviertel war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 0,9 Prozent geschrumpft, annualisiert sogar um 3,7 Prozent.

"Die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft wachsen und Japan ist in einer ernsten Situation, da sich die globale Lage weiter eintrübt", sagte der Wirtschaftsminister Kaoru Yosano. Die exportabhängige Wirtschaft Japans wurde vor allem von der Schwäche der Weltwirtschaft getroffen. Die Ausfuhren wuchsen zwischen Juli und September lediglich um 0,7Prozent.

Dass die Kurse im Tagesverlauf trotzdem ins Plus drehten, begründeten Händler in Tokio mit Käufen von Pensionsfonds. "Öffentliche Fonds sind in den Markt gegangen, als sich der Nikkei der Marke von 8 000 Punkten genähert hat", sagte ein Analyst. Gefragt waren vor allem defensive Titel wie die des Pharmakonzerns Takeda Pharmaceutical.

Die Anteilsscheine von Honda gewannen 1,6 Prozent. Einer Wirtschaftsanalyse zufolge könnte der Autobauer mit der Herstellung von spritsparenden Kleinwagen als Sieger aus der Krise hervorgehen.

Auf der anderen Seiten gaben Immobilienfirmen deutlich nach, nachdem die Tageszeitung "Nikkei" berichtet hatte, dass die Mieten für neue Bürogebäude in Tokio zum ersten Mal seit sechs Jahren zurückgegangen sind.

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