Börse Tokio
Toyota stark, Elektronik-Konzerne tief im Minus

Vor dem US-Präsidentenwahl am Dienstag haben sich die Anleger an der Tokioter Börse zurückgehalten. Für eine Überraschung sorgte der Autobauer Toyota. Der Absturz von Panasonic und Sharp setzte sich fort.
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TokioEinen Tag vor der US-Präsidentenwahl haben sich die Anleger an den Börsen in Fernost nicht aus der Deckung gewagt. Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Amtsinhaber Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney scheuten die Investoren am Montag das Risiko und schickten die Indizes auch mit Gewinnmitnahmen auf Talfahrt. Gegen den Abwärtstrend stemmten sich die Papiere des Autoherstellers Toyota, der seine Quartalszahlen nach Börsenschluss vorlegte. Der TV-Sender NHK berichtete bereits zuvor, dass der VW-Rivale seine Ergebnisprognose anheben würde.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,5 Prozent im Minus bei 9007 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,6 Prozent auf 747 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Shanghai, Singapur, Taiwan und Korea mussten Federn lassen.

Toyota-Aktien gingen unmittelbar vor Veröffentlichung des Zwischenberichts 2,2 Prozent höher aus dem Handel. Nach Börsenschluss präsentierte der Konzern dann einen mehr als verdreifachten Nettogewinn von rund 2,5 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Der Konzern peilt für das Gesamtjahr jetzt einen Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro - 2,6 Prozent mehr, als Toyota bisher in Aussicht gestellt hatte.

Die Aktie von Panasonic setzte ihre Talfahrt fort. Der Kurs fiel um vier Prozent, nachdem sie bereits in der vergangenen Woche kräftig verloren hatte. Die Aktie notiert auf dem tiefsten Stand seit fast vierzig Jahren. Das Unternehmen hatte diese Woche für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust angekündigt, der mit 765 Milliarden Yen (7,4 Mrd Euro) fast genauso hoch ausfallen soll wie das Rekord-Minus des Vorjahres. Zusammen mit den 772 Milliarden Yen im Jahr davor verlor Panasonic damit in 24 Monaten umgerechnet 14,8 Milliarden Euro.

Auch die Aktie von Sharp stürzte ab, diesmal um mehr als sechs Prozent. Der Elektronikhersteller steht vor der Pleite. Die Rating-Agentur Fitch hatte ihre Bewertung für Sharp am Freitag auf „Ramsch“-Niveau herabgestuft. Zuvor hatte Sharp für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr den zweiten riesigen Rekordverlust in Folge angekündigt. Das Minus dürfte 450 Milliarden Yen (4,3 Mrd Euro) erreichen. Schon im Jahr davor hatte Sharp gut 376 Milliarden Yen verloren. Der Flachbild-TV-Pionier musste zudem eingestehen, dass die desolate Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe.

In Südkorea traf die Autohersteller Hyundai und Kia der massive Unmut der Anleger. Die beiden Unternehmen hatten eingeräumt, den Benzinverbrauch einiger Fahrzeuge zu günstig dargestellt zu haben. Das hat neben dem Imageschaden und drohender Klagen unmittelbar kostspielige Folgen, da Hyundai und Kia den Kunden die Mehrkosten erstatten wollen. Beide Werte gaben jeweils rund sieben Prozent nach.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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