Börsen Asien
Kurse in China können sich fangen

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China wirken in Asien auch am Mittwoch weiter nach. Stützungskäufe im Reich der Mitte verhindern aber vorerst einen weiteren Ausverkauf. In Tokio hielten sich die Anleger bedeckt.
  • 2

TokioAsiens Börsen haben den dritten Tag in Folge nachgegeben. Der Druck auf die Marktplätze im Fernen Osten bleibt angesichts der Sorgen um eine weltweite Konjunkturschwäche hoch. In China wirkten die enttäuschenden Konjunkturdaten vom Vortag noch nach, die auch die Wall Street deutlich ins Minus gezogen hatten. Hinzu kamen unerwartet schwache US-Industriedaten. Damit verflog die Hoffnung der Investoren, die Nachfrage aus den USA und der zweitgrößten Volkswirtschaft werde den weltweiten Wachstumsmotor in Schwung halten. Spekulationen um weitere Stützungskäufe glichen in China aber einen Großteil der Kursverluste im Handelsverlauf wieder aus.

An der Börse in Shenzhen rutschten die Kurse zu Handelsbeginn mehr als vier Prozent ab. In Shanghai büßte der Index zwischenzeitlich sogar 4,6 Prozent ein. Die Kurse erholten sich allerdings, als Spekulationen die Runde machten, die Regierung werde den Druck für Stützungskäufe erhöhen. Damit soll der Markt vor einem weiteren Abrutschen bewahrt werden. Das China Securities Journal berichtete am Mittwoch, neun chinesische Broker hätten bereits zugesagt, für den Kauf von Aktien Geldmittel von umgerechnet 4,7 Milliarden Dollar bereitzustellen. Der Index in Shenzhen schaffte daraufhin ein minimales Plus von 0,1 Prozent, der Shanghai Composite schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent.

In Hongkong büßten die Kurse dagegen mehr als ein Prozent ein. In Japan sorgten Schnäppchenjäger zunächst für Gewinne. Die Sorge um das Wirtschaftswachstum in China gewann dann aber die Oberhand und ließ den Nikkei-Index 0,4 Prozent tiefer mit 18.095 Punkten aus dem Handel gehen. Kursverluste verbuchten vor allem Unternehmen, für die die Volksrepublik ein wichtiger Abnehmer ist. Dazu gehören etwa Öl- und Stahlkonzerne sowie Speditionen. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans notierte ebenfalls 0,4 Prozent niedriger.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China hatten am Dienstag die Wall Street deutlich ins Minus gezogen. Hinzu kamen unerwartet schwache US-Industriedaten, nach denen sich die Kursverluste ausweiteten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 2,8 Prozent tiefer auf 16.058 Punkten aus dem Handel, nachdem er kurz vor Börsenschluss noch bis auf 15.979 Stellen abgesackt war. Der breiter gefasste S&P-500 verlor drei Prozent auf 1913 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 2,9 Prozent auf 4636 Punkte. Der Euro gab nach und wurde mit 1,1265 Dollar bewertet. Die US-Währung wurde mit 120,25 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0834 und zum Dollar mit 0,9618.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börsen Asien: Kurse in China können sich fangen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich hoffe Sie haben unter 10.000 im Dax endlich mal was gekauft.
    Sie würden jetzt mehrere hundert Punkte vorne liegen, das macht Sie entspannter und Sie müßten nicht solche Romane schreiben.

  • Nach mindestens 6 Monaten enttäuschender Konjunkturdaten aus China tritt immer noch kein Gewöhnungseffekt ein. Im Gegenteil: Die Enttäuschung wächst von Tag zu Tag und in der Nacht noch mal. Das hat dann völlig Überraschend auch Einfluss auf den Ölpreis, weil die Chinakonjunktur am 28. August viel, viel besser aussah als am 1. und am 2. September oder einen bzw. den zweiten Börsentag nach der Ölpreishausse.
    Was passiert denn an Chinas Börse in Shanghai? Tagsüber verkaufen die Aktienanleger ihre Anlagen und zum Handelsschluss gibt es andere Käufer. Seit beinahe 20 Handelstagen bleibt so der Shanghai Composite über 3.000 Punkten oder 20 Prozent höher als im September 2014. Das müssen Dax und Dow erst mal nachmachen. Die haben kaum noch Gewinne zum Vorjahr.
    Damit überhaupt die Kursentwicklung in China beurteilt werden kann, muss die Börsenkapitalisierung genannt werden. Das schafft nun nicht einmal Reuters. Was soll man denn davon halten? Wenn Aktionäre in China ihren Gewinn realisieren, dann sind das scheinbar für andere Anleger, den Staat mit seinen Institutionen, günstige Kaufgelegenheiten. Das Chinabashing hat folglich völlig andere Hintergründe und Absichten als öffentlich bekundet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%