Börsen-Ausblick
„Die Luft nach oben wird dünner“

Die nur sanfte Drosselung der Geldspritzen durch die US-Notenbank Fed und ein erwarteter wirtschaftlicher Aufschwung lassen Börsianer auf eine Fortsetzung der Rekordjagd hoffen. In der neuen Woche gibt es einige Impulse.
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Frankfurt/New YorkErster wichtiger Impulsgeber könnten die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag werden. Auch der Beginn der US-Bilanzsaison Mitte der Woche könnte sich als Prüfstein erweisen. "Die Luft nach oben wird dünner, aber es gibt nach wie vor gute Gründe dafür, dass neue Höchststände erklommen werden", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Wir erwarten, dass der Dax innerhalb der nächsten sechs Monate die Marke von 10.000 Punkten nimmt."

Getragen von einer konjunkturellen Stabilisierung und einer Flut billigen Zentralbank-Geldes schaffte der deutsche Leitindex 2013 ein Plus von 25,5 Prozent. An den ersten beiden Handelstagen im neuen Jahr drückten ihn aber Gewinnmitnahmen - es ist der schwächste Jahresauftakt seit 2008. In der abgelaufenen Woche verlor der Dax insgesamt rund 1,6 Prozent auf 9435 Punkte.

Die Bilanz seines US-Pendants fällt für 2013 ähnlich imposant aus: Auch der Dow-Jones-Index gewann mehr als ein Viertel auf 16.576 Zähler und damit so viel wie zuletzt 1995. Zu den US-Börsenstars des abgelaufenen Jahres zählen der Online-Videodienst Netflix, der Elektronik-Einzelhändler Best Buy und Facebook, deren Kurse sich verdoppelten bis fast vervierfachten. Aber auch an der Wall Street fiel der Jahreswechsel mau aus: Der Dow trat auf Wochensicht auf der Stelle. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,6 Prozent nach. Allerdings waren die Umsätze gering, da viele Anleger noch in den Ferien waren oder wegen eines Schneesturms an der Ostküste dem Handel fernblieben.
Die Investoren schauen nun vor allem genau auf die Entwicklung der US-Wirtschaft und die damit verbundene Drosselung der Konjunkturstützen durch die Notenbank Federal Reserve. Schon am Freitag könnten ermutigende Jobdaten den eingeläuteten Kurs des sanften Geldentzugs von Fed-Chef Ben Bernanke rechtfertigen. Analysten erwarten im Schnitt, dass in der weltgrößten Volkswirtschaft im Dezember 193.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden. "Damit wäre wahrscheinlich der Weg frei, auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 28./29. Januar die Käufe weiter zu reduzieren", sagt Commerzbank-Experte Christoph Balz.

Schon ab Januar sollen monatlich nur noch für 75 Milliarden Dollar Anleihen gekauft werden - das sind zehn Milliarden weniger als bislang. Begründet hatte der scheidende Bernanke seine Entscheidung vor allem mit dem sich aufhellenden Jobmarkt. Ab Februar soll die bisherige Vize-Chefin Janet Yellen die Notenbank leiten.

Am Donnerstag tritt die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen - Impulse erwarten Börsianer davon aber kaum. "Die Aussagen der Ratsmitglieder waren zuletzt eindeutig, so dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht", urteilt Helaba-Experte Stefan Mütze.

Auf der Unternehmensseite bleibt es zum Jahresauftakt noch ruhig. Ihre Verkehrszahlen für Dezember geben Air Berlin am 7. Januar und Lufthansa am 10. bekannt. In den USA läutet Alcoa am 9. Januar die Bilanzsaison ein, die allerdings erst eine Woche später so richtig Fahrt aufnimmt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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