Börsen-Marktbericht
Dax springt auf neues Jahreshoch

Nach einem fulminaten Endspurt markiert der Dax zum Handelsende ein neues Jahreshoch. Einige Experten sagen, dass der Traum von der Jahresschlussrally noch längst nicht ausgeträumt ist. Die Vorgaben von den internationalen Börsen haben Mut gemacht. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht wieder einmal die wunderbar verrückte VW-Aktie.
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HB FRANKFURT. Drei Tage vor Weihnachten können sich die Anleger schon über eine vorgezogene Bescherung freuen. Der Dax legte heute kräftig zu und notiert zum Börsenschluß bei 5 930 Punkten. Das bedeutet ein Plus von 1,7 Prozent. Mit 5 936 Punkten markierte er zwischenzeitlich den höchsten Stand seit September 2008. Vor allem gute Daten von der Wall Street feuerten die Kurse an. Allerdings waren die Umsätze gering. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 101,2 Millionen Aktien, nach rund 222 Millionen Aktien am Freitag, als wegen des Großen Verfalltermins mehr gehandelt wurde als gewöhnlich. Der Umsatz belief sich auf 2,4 (6,6) Milliarden Euro. Der MDax folgte mit plus 0,82 Prozent auf 7 454 Zähler und der TecDax stieg um 0,30 Prozent auf 817 Punkte.

"Der Traum von den Jahresendrallye lebt wieder auf", kommentierte Mark Rohles, Marktanalyst bei IG Markets das Jahreshoch. Nach leichten Verlusten an dem durch den großen Verfall geprägten Freitag habe der Dax zu Wochenbeginn ein fast schon euphorisches Gesicht gezeigt. "Trotz des geringen Umsatzes auf dem Parkett blieb Verkaufsdruck aus", so Rohles. "Die wenigen Anleger, die ihre Bücher noch nicht geschlossen haben, halten ihre Portfolios zum Jahresende zusammen."

Im Fokus standen abermals die Volkswagen-Aktien. Die Stämme müssen ihren Platz im Dax am Mittwoch für die Vorzüge räumen, wie die Deutsche Börse am Freitagabend nach Börsenschluss in Reaktion auf die Anteilserhöhung des Emirats Katar mitgeteilt hatte. Händler zeigten sich wenig überrascht, beide Aktien hatten bereits in Erwartung dieses Indexwechsels entsprechend reagiert. "Durch den Wechsel der Gattungen erhöht sich das Gewicht von VW im Dax auf 1,33 Prozent von aktuell 0,63 Prozent", schrieb Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research. Da VW zudem die Ausgabe weiterer 135 Millionen Vorzugsaktien plane, könne sich dieses Gewicht nochmals verdoppeln - je nachdem, wie die Kapitalerhöhung ausgestaltet sei. Die Vorzüge verteuerten sich um 0,71 Prozent auf 66,42 Euro, wogegen die Stämme als Dax-Schlusslicht 3,04 Prozent auf 73,93 Euro verloren.

Auch für BMW-Aktien ging es um 0,41 Prozent auf 31,815 Euro nach unten, Daimler erholten sich indes von zwischenzeitlichen Verlusten und legten um 0,68 Prozent auf 36,995 Euro zu. Marktteilnehmer verwiesen auf negative Erwartungen für das kommende Jahr. Die Branche steckt weiter in der Krise. Darüber können auch einzelne Glanzpunkte, wie der durch die Abwrackprämie in Deutschland ausgelöste Nachfrageboom, kaum hinwegtäuschen. Auch 2010 steht den stark vom Export abhängigen deutschen Herstellern ein schwieriges Jahr bevor. Zu Daimler berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass der Autobauer und der Mischkonzern Evonik ihre Investitionen im Bereich Elektroantrieb erhöhen. Zudem räumte Daimler auf Anfrage der "Wirtschaftswoche" wegen beschädigter Kraftstoff-Einspritzdüsen beim Vierzylinder-Dieselmotor der Baureihe OM651 "massive Probleme" ein.

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