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Wall Street reagiert verhalten auf Yellen-Rede

Mit Spannung hatten die Investoren auf die Rede der US-Notenbankchefin gewartet. Doch Janet Yellen signalisiert trotz mauer Jobdaten Zinserhöhungen. Damit sorgt sie für verhaltene Reaktionen.

New York.Die Wall Street hat am Montag mit leichten Kursaufschlägen auf die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen reagiert. Trotz der zuletzt schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt bleiben Zinserhöhungen laut Yellen weiter auf der Agenda. Die positiven Aspekte des Wirtschaftsausblicks überlagerten die negativen Seiten, sagte Yellen. Sie gehe davon aus, dass die Konjunktur moderat zulege und sich der Arbeitsmarkt weiter verbessere. Die Mai-Daten seien zwar enttäuschend ausgefallen. Doch dürfe man einem einzelnen Bericht nicht zu große Bedeutung beimessen. Falls die Wirtschaft wie erhofft anziehe, seien schrittweise Zins-Anhebungen angemessen.

Händler halten derzeit eine Zinserhöhung im September für wahrscheinlich, der jedoch in diesem Jahr wohl kein weiterer Schritt folgen werde. Der US-Leitzins liegt zurzeit in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Fed hatte ihn im Dezember auf dieses Niveau angehoben und damit das erste geldpolitische Manöver dieser Art seit rund zehn Jahren gewagt.

Unterstützung erhielt die Wall Street auch vom Anstieg der Ölpreise. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee erhöhte sich um bis zu 2,4 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 50,83 Dollar je Barrel (159 Liter) und stützte damit die Aktienmärkte ebenfalls. Kursturbulenzen des Rohstoffs hatten in den vergangenen Monaten wiederholt Unruhe an den Börsen ausgelöst.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 17.920 Punkten. Der breiter gefasste S&P legte um 0,5 Prozent auf ein Siebenmonatshoch von 2109 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 4969 Zähler.

Bei den Einzelwerten sackten Aktien von Adamis um 54 Prozent ab. Die US-Behörden haben den Zulassungsantrag des Pharma-Konzerns für ein Medikament gegen allergische Reaktionen ein zweites Mal zurückgewiesen. Auch beim Rivalen Pronai waren negative Nachrichten der Grund für einen Kursabsturz von 68 Prozent. Der Konzern setzt die Entwicklung eines Medikaments gegen Krebserkrankungen bis auf weiteres aus.

AbbVie-Anteilsscheine brachen 3,3 Prozent ein. Ein Broker hatte zuvor die Dividendenpapiere des Pharmaunternehmens heruntergestuft.

Die wieder wachsende Furcht der Anleger vor einem Brexit und seinen Folgen für die Weltwirtschaft lastete auf den europäischen Börsen. Die anziehenden Rohstoffpreise dämpften die Nervosität etwas. Dax und EuroStoxx50 legten jeweils leicht auf 10.121,08 und 3001,90 Punkte zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 2119 Werte legten zu, 928 gaben nach und 127 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 2014 im Plus, 830 im Minus und 140 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben in Erwartung einer baldigen Zinserhöhung nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 6/32 auf 99-4/32. Die Rendite stieg auf 1,723 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 18/32 auf 99-2/32 und rentierte mit 2,545 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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