Börsenbilanz im August
Welche Börsen der China-Panik widerstanden

China hat die Börsen im August durchgerüttelt. Fast überall auf der Welt gingen die Aktienmärkte in die Knie. Doch es gibt auch Ausnahmen. Einige Börsen in Europa hielten der Verkaufspanik stand.
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DüsseldorfChina hat im August für ein Beben an den Aktienmärkten gesorgt. Fast überall auf der Welt brachen die Indizes ein, weil die Konjunktur im Reich der Mitte aller Voraussicht nach nicht um sieben Prozent wachsen wird, was ohnehin einer der schwächsten BIP-Wachstumsraten seit Jahrzehnten wäre. Ökonomen rechnen mit einem weit niedrigerem Wachstum. Die Zahlen drei bis fünf Prozent geistern durch die Handelsräume. Worüber lange hinter vorgehaltener Hand auf den Börsenparketten geflüstert wurde, scheint sich nun mehr und mehr zu bewahrheiten. Die weltweite Konjunkturlokomotive China verliert deutlich an Fahrt.

Die Auswirkungen waren im August mehr als dramatisch. Nach der Abwertung des Yuan gerieten die Börsen drastisch ins Straucheln. Der Shanghai Composite kannte seit Mitte August nur eine Richtung – nach unten. Den Tiefpunkt seiner Talfahrt erreichte er am 24. August. Innerhalb eines Handelstages gab der Shanghai Composite satte 8,5 Prozent nach. Die Verluste wären sicherlich höher ausgefallen. Nur die Regelung, dass Einzelwerte an der Schanghaier Börsen an einem Handelstag nicht mehr als zehn Prozent verlieren können, bremste die Talfahrt ein wenig ab.

Doch auch in den darauffolgenden Tagen kamen die chinesischen Aktienmärkte nicht auf die Beine. Viele andere asiatische Indizes folgten den China-Börsen in negative Gefilde. Dementsprechend düster liest sich die Monats-Performance der asiatischen Börsen. Im August gab der Shanghai Composite 12,5 Prozent nach, der Hang Seng sackte zwölf Prozent ins Minus. Der japanische Auswahlindex Nikkei-225 gab 8,2 Prozent nach. Der breiter gefasste Topix Index verlor 7,4 Prozent.

Allianz-Chefwirtschaftsberater Mohamed El-Erian rechnet trotz der bereits deutlichen Verluste mit weiteren Abwärtsbewegungen. „Wir liegen immer noch weit über dem, was fundamental gerechtfertigt wäre“, sagte El-Erian dem Fernsehsender CNBC. Damit Anleger an die Börse zurückkehren, müssten die Märkte erst nach unten hin überschießen.

Zu größeren Verlusten kam es auch am deutschen Aktienmarkt. Der Dax erlebte am 24. August den größten Kurssturz innerhalb eines Handelstages seit der Lehman-Pleite. Bis zu 7,8 Prozent raste der Dax ins Minus auf ein neues Jahrestief von 9338 Punkten. Zur Erinnerung – noch am 10. April schoss der Leitindex auf eine neues Allzeithoch von 12.391 Punkten. Der krasse Abstand zwischen Jahreshoch und -tief spiegelt sich auch im VDax wider, der die sogenannte implizite Volatilität, die erwartete Schwankungsanfälligkeit des Leitindex misst. Mit einem Wert von rund 33,9 Punkten notiert er auf dem höchsten Stand seit 2012. Nur während der Finanzkrise 2008 und der Griechenland-Krise 2011 lag der Volatilitätsindex in den vergangenen zehn Jahren höher.

Insgesamt verlor der Dax im August rund 9,3 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit 2011. Bei den Einzelwerten traf es die Versorger und die Banken besonders hart. RWE war mit einem Minus von 29,3 Prozent schwächster Dax-Titel im August. Die dicken Verluste dürften den RWE-Ausstieg aus dem Euro Stoxx 50 zugunsten des Medizinkonzerns Fresenius begünstigt haben, der als einziger Dax-Wert im vergangenen Monat mit 0,4 Prozent leicht zulegen konnte. Eon-Papiere mussten ein Minus von 15,9 Prozent hinnehmen. Die Deutsche Bank und die Commerzbank gaben 17,9 beziehungsweise 15,2 Prozent nach.

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