Chinesische Aktien
Die verlustreichste Börse der Welt

China ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Nur für ausländische Aktienanleger war wenig zu holen. In den vergangenen vier Jahren fuhr der chinesische Aktienmarkt weltweit die höchsten Verluste ein.
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FrankfurtVor vier Jahren war die Welt in China noch in Ordnung. Die Volkswirtschaft florierte und der Shanghai Composite Index hatte sich in den zehn Monaten bis Ende 2009 verdoppelt. Das Land hatte Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt überholt. Die chinesische Regierung hatte die Konjunktur mit Infrastrukturinvestitionen von 652 Milliarden Dollar gestützt. Das Reich der Mitte schien von der Finanzkrise unbeeindruckt.

Mark Mobius, Executive Chairman der Templeton Emerging Markets Group, sagte im Juli 2009, der chinesische Aktienmarkt könne innerhalb von drei Jahren größer werden als der US-amerikanische. Viele Investoren stiegen ein. Doch seit diesem Hoch verlor das Börsenbarometer 43 Prozent. 748 Milliarden Dollar an Marktwert wurden vernichtet. Nur der griechische ASE Index schnitt im selben Zeitraum prozentual noch schlechter ab.

Heute sind chinesische Konzerne wieder aus der Liste der weltweit zehn größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung herausgefallen. Der Aktienmarkt des Landes sei wie ein „totes Tier” sagte Carter Worth, Chef- Markttechniker bei Oppenheimer & Co. in New York in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Er hatte das Ende der Rally im Shanghai Composite bereits am 4. August 2009 auf dem Höhepunkt des Booms vorausgesagt. Jetzt habe der Index zwar nicht das Abwärtspotenzial wie vor vier Jahren, aber die Wahrscheinlichkeit von Gewinnen sei gering, so Worth.


Das Reich der Mitte weist inzwischen mit 7,5 Prozent das schwächste Wachstum seit 1990 aus. Die Regierung ordnete bei mehr als 1400 Betrieben in 19 Branchen die Stilllegung von Überkapazitäten an. Ministerpräsident Li Keqiang versucht China von einer Volkswirtschaft, die vom Export abhängt, in eine Volkswirtschaft umzubauen, die auf Konsum und Dienstleistungen basiert.

Die Börse reagierte prompt: So hat der Shanghai Composite, der in China gelistete Aktien umfasst, die für inländische und qualifizierte ausländische Investoren zugängig sind, in diesem Jahr bereits zwölf Prozent verloren. Am Montag legte der Index gut ein Prozent zu. Die Regierung hat versprochen, das Wachstum zu stabilisieren und gleichzeitig die Wirtschaftsreformen weiter voran zu treiben. Die Aktien im Shanghai Composite werden mit dem 10,7-fachen der berichteten Gewinne bewertet - 2009 auf dem Höhepunkt der Kursrally war es das 29-fache.

In den vergangenen 20 Jahren haben ausländische Investoren jährlich weniger als 1,5 Prozent mit chinesischen Aktien verdient, ein Drittel dessen, was US-Staatsanleihen eingebracht haben. Der Markt sei nichts für Investoren „mit schwachem Herz”, sagt Wellian Wiranto, Investmentstratege in der Vermögensverwaltung von Barclays Capital in Singapur.

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  • Die Zeiten des quantitativen Wachstums sind auf diesem ausgebeutetem Planeten bald vorbei! Immer mehr Menschen, die sich wie Bakterien unkontrolliert vermehren und dabei auch noch rücksichtslos die Umwelt zerstören! Viele Tier- und Pflanzenarten werden -noch vor Ihrer Entdeckung ausgerottet- und immer mehr Müllberge, immer mehr Raubabbau an der Natur... usw. Wie schon einst Charles Darwin zurecht feststellte und auch sagte: " Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer kein Bestand!" . Der Mann hat recht!

  • Denke ich auch, der lange Verfall ging von sehr hohen KGVs aus und jetzt sind sie niedrig, alleine durch das Dividendenwachstum und die bereits hohen Dividenden sollte hier eine gute zukünftige Performance möglich sein.
    Im Gegensatz zu den Russen schütten die Chinesen prozentual ja ordentlich aus.

  • Der Witz ist doch daß das mit einer Wechselkursmanipulation erzeugte Scheinwachstum in Japan aktuell mehr Beachtung findet als das langfristige reale Wachstum der chinesischen Unternehmen. Daß es dort in der Vergangenheit auch zu Übertreibungen gekommen ist stimmt. Ich denke, nach der nächsten Rezession sind die BRIC-Staaten wieder vorne mit dabei.

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