Dax-Ausblick
Anleger vor dem Sprung ins kalte Wasser

„Die Schottland-Wahl birgt nur Risiken“ heißt es auf dem Parkett. Nach einer ruhigen Handelswoche dürfte es in den kommenden Tagen also zur Sache gehen. Was Anleger erwartet.
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Das Referendum über eine Loslösung Schottlands von Großbritannien wird in der neuen Woche für reichlich Diskussionsstoff an den Finanzmärkten sorgen. Ein „Ja“ zur Unabhängigkeit würde die Anleger wegen zahlreicher unbeantworteter Fragen verunsichern, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wirtschaft, betont Volkswirt Nicolas Doisy vom Vermögensverwalter Amundi. Ähnlich urteilt Finanzmarkt-Experte Ingo Theismann von der Vermögensverwaltung Consulting Team.

„Besonders die Währungsfrage ist brisant, da bis heute völlig offen ist, ob Schottland dann eine eigene Währung einführt, beim britischen Pfund bleibt oder gar der Eurozone beitreten wird.“ In den jüngsten Umfragen liegen Befürworter und Gegner einer schottischen Unabhängigkeit fast gleichauf. Die Abstimmung ist am Donnerstag.

„Für die Kapitalmärkte birgt die Möglichkeit einer schottischen Unabhängigkeit keine Chancen, sondern nur Risiken. Und diese Risiken sind nach unserer Einschätzung weder bei Anleihen noch bei Aktien wirklich eingepreist“, meint Frank Engels von Union Investment.

„Sollte Schottland am 18. September 2014 für die Unabhängigkeit stimmen, wird es zweifelsohne zu einem kurzzeitigen Chaos kommen“, sagt auch Nick Beecroft von Saxo Bank. Der Pfund Sterling (GBP) und britische Staatsanleihen würden unter massiven Druck geraten.

Das Schlimmste jedoch, was dem britischen Pfund der dortigen britischen Wirtschaft passieren könne, wäre etwas anderes: „Die enorme Unsicherheit während der unvermeidlich lang dauernden und zähen Verhandlungsphase, die nötig sein wird, um nicht nur die zukünftige schottische Währung zu bestimmen, sondern auch die Aufteilung der entsprechenden Vermögenswerte (z.B. das Nordseeöl) und die von Schottland zu übernehmenden britischen Staatsanleihen zu definieren“, sagt Beecroft.

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