Dax-Ausblick
Bye, bye Dax 10.000

Die Verschiebung der Zinswende in den USA hat die Stimmung der Anleger deutlich getrübt und die Aktienkurse auf Talfahrt geschickt. Warum positive Impulse auch in der kommenden Woche Mangelware sein könnten.

FrankfurtBegeisterung sieht anders aus. Mit ihrer Entscheidung, die Leitzinsen bei mickrigen 0,25 Prozent zu belassen, hat die US-Notenbank Fed weltweit für deutliche Kursverluste gesorgt. Während der japanische Nikkei mit einem Minus von etwa zwei Prozent aus dem Handel ging, büßte der deutsche Leitindex Dax sogar mehr als drei Prozent ein und beendete die Handelswoche bei 9.916 Punkten.

Auch der Euro Stoxx 50 verlor am Freitag etwa drei Prozent auf 3.157 Punkte. Die Anleger schließen aus der verschobenen Zinswende vor allem eines: Die Fed hat noch nicht genug Vertrauen in die Stabilität der US-Wirtschaft. Sie setzt den Krisenmodus fort und verstärkt damit die Krisenstimmung an den Märkten.

„Die negative Reaktion der Börsen zeigt, dass man sich mit einer Zinswende wohler gefühlt hätte, um Klarheit zu haben“, kommentierte Andreas Paciorek von CMC Markets. Doch nun stehen wieder die Konjunktursorgen im Fokus. Niedrige Zinsen bedeuten zwar weiterhin große Liquidität, aber das führt nicht automatisch zu steigenden Aktienkursen. Auch in der neuen Woche sei nicht mit größeren Kursgewinnen zu rechnen, sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. „Denn Unsicherheit mögen die Märkte nicht.“

Tatsächlich dürften positive Impulse in den nächsten Tagen Mangelware sein. Zunächst einmal könnte die am Sonntag anstehende Parlamentswahl in Griechenland dafür sorgen, dass die Anleger vorsichtig bleiben. Hier dürfte es darauf ankommen, dass sich eine Regierung bildet, die einen Sanierungskurs fortführt. Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, hält Griechenlands finanzielle Versorgung jedoch für gesichert: „Griechenland wird weiter finanziell von der EU wie auf einer Sänfte getragen. Der Grund ist sehr einfach: Einen neuen aufreibenden Griechenland-Konflikt hält Europa nicht mehr aus.“

Zudem rechnet Halver damit, dass die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe in der Euro-Zone eine Konjunkturerholung signalisieren werden. Diese werden am Mittwoch veröffentlicht. Die Erwartungen dazu gehen jedoch weit auseinander. So rechnet Commerzbank-Analyst Christoph Weil nicht mit einer Erholung, sondern mit einem Rückgang von 52,3 auf 51,5 Punkte. Das Stimmungsbarometer würde damit gefährlich nahe an den Grenzwert von 50 Zählern rücken. Werte unter dieser Marke deuten auf eine schrumpfende Wirtschaft hin.

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