Dax-Ausblick
Die Hatz aus dem (Geld-)Hahn

Fehlende Alternativen und Konjunkturerholung sprechen weiterhin für Aktien. Wie lang die Rekordjagd weitergeht, entscheiden zurzeit die Notenbanken. Und wie lange die so weitermachen hängt von der Konjunktur ab.
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Fragt man die Händler an der Börse nach einer Einschätzung, geht die Rekordjagd erst Mal weiter. Ein Ende der internationalen Höchststände ist nicht abzusehen. "Aus fundamentalen Gründen spricht momentan vieles für Aktien", schreiben die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) in einem Kommentar.

Fehlende Anlagealternativen, die zaghafte Konjunkturerholung wie auch attraktive Dividendenrenditen dürften Investoren weiter an die Börse locken. Nicht zuletzt der negative Realzins treibt die Sparer aufs Parkett.

Das alles entscheidende Element dieser Hatz ist die rigorose Geldpolitik der Notenbanken, sei es nun die Fed, die EZB oder auch die japanische Zentralbank, die Unmengen von Geld in die Märkte pumpen. Solange eine Tapering nicht abzusehen ist, werden die Kurse weltweit weiter anziehen. Aber wie lange noch werden die Währungshüter die Zügel locker lassen?

Die zuletzt veröffentlichten US-Daten wie Produktionsauslastung, Einkaufsmanager-Index und aktuell die geringe Anzahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sind überzeugend und werden die Spekulationen um die Laufzeit der beispiellosen Förderprogramme der Federal Reserve weiter anheizen. Denn die Zahlen sprechen für eine langsam in Fahrt kommende Konjunktur in den Staaten.

Da die Fed die Drosselung ihrer Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich an die Entwicklung der Konjunktur knüpft, warten Anleger gespannt auf Hinweise für die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft.

Ein Hinweis für die Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten kommt am Mittwoch: Beim anstehenden Oktober-Bericht über den Auftragseingang langlebiger Güter rechnen Analysten mit einem Rückgang von 1,5 Prozent. Die endgültigen Zahlen zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im November dürften dagegen leicht anziehen.

Ein möglicher Ausstieg aus der Geldpolitik hängt wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Davon zeugt auch die Entwicklung der Indizes dieser Woche: Durch aufgekommene Spekulationen über einen früheren Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Nullzins-Devise konnten Dax und Dow in der vergangen Handelswoche nur geringfügig zulegen.

In Europa stehen die Inflationsdaten, die am Freitag veröffentlicht werden sollen, im Mittelpunkt. Nach der überraschend geringen Teuerung im Oktober hatte die EZB den Leitzins auf rekordniedrige 0,25 Prozent gesenkt. Nun spekulierten Anleger über mögliche Strafzinsen auf Einlagen der Geschäftsbanken bei der Notenbank, um die Kreditvergabe im Euro-Raum anzukurbeln.

Mit 0,7 Prozent erreichte die Inflation im Oktober ihren Tiefpunkt. Im November sei sie voraussichtlich auf 0,8 Prozent gestiegen, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Balz.

Auf Unternehmensseite steht am Mittwoch das Börsendebüt von Constantia Flexibles auf der Agenda. Der Handel mit den Papieren des österreichischen Verpackungsherstellers soll zeitgleich in Frankfurt und Wien beginnen. Mit einem Volumen von bis zu 821 Millionen Euro wäre der Constantia-Börsengang der bislang zweitgrößte in Frankfurt in diesem Jahr - nach der Wohnimmobilienfirma LEG.

Insgesamt müssen sich die Anleger in der neuen Woche auf niedrige Börsenumsätze einstellen. Am Donnerstag bleibt die Wall Street wegen des US-Feiertags "Thanksgiving" geschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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