Dax-Ausblick
Die Woche der Wahrheit

Die heiße Phase an der Börse ist noch nicht vorbei. Wenn am Montag die asiatischen Märkte wieder öffnen, könnte es für Investoren spannend werden. Womit Anleger rechnen jetzt müssen.

Selbst alte Anleger-Hasen sind angesichts der Turbulenzen an den Börsen in den vergangenen Wochen ziemlich nervös. „Was uns die Märkte Ende August geliefert haben, war mehr als eine Sommergrippe, es war ein Fieberkrampf“, erklärt Asoka Wöhrmann, Anlagestratege der Deutsche AWM, dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank. Am 24. August erreichte die Volatilität beim S&P 500, dem Index, der die 500 größten US-Aktien zusammenfasst, den höchsten Stand seit dem Ausbruch der Eurokrise.

Und nicht nur in den Vereinigten Staaten, rund um den Globus brauchen die Anleger weiterhin starke Nerven. „An den Börsen dürfte es weiter hektisch zugehen, die Investoren bleiben angesichts der Furcht vor einer Wachstumsdelle in China sehr nervös“, sagt NordLB-Analyst Tobias Basse.

Nicht nur China, auch das anhaltende Rätselraten über die künftige US-Geldpolitik hält die Börsianer in Atem. Die Experten von Allianz Global Investors rechnen mit „temporären Rücksetzern und einer erhöhten Schwankungsintensität“. Die Wochenbilanz des Frankfurter Börsenbarometer Dax fiel mit einem Minus von mehr als zwei Prozent ziemlich negativ aus.

Gleich zum Börsenstart am Montag könnte sich der negative Trend fortsetzen, wenn in China die Aktienmärkte erstmals nach den Feiertagen wieder öffnen. „Die Gefahr von weiteren Störfeuern aus China besteht, dann kann es auch im Dax wieder schnell weiter bergab gehen“, sagt ein Frankfurter Händler. Daher sollten Anleger am Dienstag die Daten zum chinesischen Außenhandel für den Monat August im Auge behalten.

Zuletzt hatte ein Börsen-Beben in dem Riesenreich die Kurse weltweit heftig unter Druck gesetzt. Seit Jahresbeginn häufen sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der chinesischen Konjunktur und schüren damit Sorgen vor einem Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft.

Von den früher zweistelligen Wachstumsraten ist schon lange nichts mehr zu sehen. Für 2015 strebt die chinesische Regierung ein Plus von sieben Prozent an - es wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Peking stemmt sich nun mit geldpolitischen Maßnahmen gegen die Wachstumsflaute. Unter anderem senkte die Zentralbank die Zinsen. Zugleich gehen die Behörden verstärkt gegen illegale Aktivitäten an den Finanzmärkten vor.

China trägt ein Sechstel zum Welthandel bei und dürfte künftig wohl weniger berechenbar seine Wachstumszahlen erreichen, erklärt Anlagestratege Wöhrman: „Was kurzfristig in China gelitten hat, ist der Nimbus der staatlichen Institutionen, ihr Reich durch alle Fährnisse lenken zu können. Sie wirkten zuletzt leider beunruhigend beunruhigt“.

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