Dax-Ausblick
Rekordhoch im Visier

Nach dem neuen Allzeithoch vor neun Tagen wagt der Dax offenbar einen neuen Anlauf in neuen Höhen. Gehen die Wahlen am Wochenende ohne große Überraschungen über die Bühne, könnte eine Erleichterungsrally beginnen.
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DüsseldorfVon Müdigkeit keine Spur: In der vergangenen Woche hatten viele Analysten erwartet, dass der deutsche Leitindex erstmal eine Verschnaufpause einlegt. Schließlich hatte das Börsenbarometer am Donnerstag (15. Mai) mit 9810 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, konnte diese Marke aber nicht halten. Nun könnte es in die Richtung Norden gehen: Möglicherweise erreicht der Index eine neue Rekordmarke.

„Der Fehlausbruch auf einen neuen Rekordstand  kann dem Dax weiterhin nichts anhaben“, stellt Charttechniker Jörg Scherer von der Bank HSBC Trinkaus fest. Erst wenn der Index unter den Auswärtstrend seit September 2011 bei knapp unter 7600 Zählern fallen sollte, würde er seine Ansicht revidieren.

Charttechniker Holger Struck hält Dax-Kurse oberhalb von 9598 Zählern für „absolut bullish“. Sollte der Ausbruch über die bisherige Rekordmarke gelingen, dürfte seiner Meinung nach der Index in den folgenden Handelstagen „auch zügig Richtung 10 000 Punkte steigen“. „Die 10.000 Punkte sind aufgeschoben, nicht aufgehoben“, meint auch Robert Halver Leiter Kapitalmarktanalyse bei der  Baader Bank.

Natürlich trauen sich wegen der insgesamt sehr reifen Rally nur wenige neue Investoren in den Markt, viele warten ab. Schließlich hat sich der Dax seit September 2011 fast verdoppelt. Um ein Stimmungsbild der Privatanleger zu bekommen, lohnt sich ein Blick auf die USA. Mehr als 43 Prozent  der US-Privatanleger sind derzeit neutral eingestellt, sind vermutlich gar nicht investiert. Der höchste Wert seit gut elf Jahren. Experten erwarten, dass diese Investoren wieder in den Markt einsteigen, sollte es neue Impulse. Das dürfte den neuen Trend dann verstärken.

Und welchen Einfluss dürfte der Ausgang der Wahlen in Europa und Ukraine auf die Aktienmärkte haben? „Ob bei den Europawahlen der sozialistische oder der konservative Spitzenkandidat gewinnt, ist aus Investorensicht kaum von Bedeutung“, schreibt die Landesbank Helaba in ihrem Wochenausblick.

Robert Halver sieht das ähnlich: „Die Aktienmärkte der Eurozone wird es erfreuen, dass man im Europaparlament so viel Herz, so viel Verständnis für die fortgesetzte Euro-Rettung über die EZB und damit die Liquiditätshausse hat.“

Sorgen bereiten Experten allenfalls ein Wahlergebnis, dass den Euro-Gegnern einen hohen Stimmenanteil bescheren würde. „Sollte das Votum der Wähler tendenziell contra EU ausfallen, könnte das mit einer Beendigung der Reformbemühungen einiger Südländer einhergehen“, schreibt die Royal Bank of Scotland in ihrem Wochenausblick. Vor allem ein Sieg der Rechten in Frankreich würde nach Meinung der Helaba den Fokus auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone lenken.

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