Dax-Ausblick
Sorgen um die Währungsunion belasten die Märkte

Der Dax steht vor einer harten Woche. Nach dem Kursrutsch am Freitag rechen Marktexperten mit weiteren Verlusten. Vor allem die Schuldenkrise und die fragliche Zukunft der Währungsunion belasten den Index.
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Frankfurt, DüsseldorfDer Dax hat eine verlustreiche Woche hinter sich. Mehr als vier Prozent büßte der Index in den vergangenen Tagen ein. Für den Dax lief es im Mai schlecht - mehr als sieben Prozent hat er verloren. Nach enttäuschenden Jobdaten aus Amerika schloss das Börsenbarometer am Freitag mit 6.050 Punkten. Zeitweise hatte der Kursrutsch den Leitindex sogar auf 6.008 Punkte gedrückt. Viele Anleger scheinen der alten Börsenweisheit „Sell in May - and go away“ gefolgt sein.

Grund für die insgesamt schwachen Zahlen ist vor allem die europäische Schuldenkrise. Ob die Währungsunion hält oder zerfällt, ist weiterhin unklar und belastet die Märkte. Entsprechend düster sind die Aussichten für die kommende Woche.

„Selbst wenn sich der Dax hier und da mal aufbäumen sollte, geht die Tendenz insgesamt doch weiter nach unten“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege bei der NordLB. „Die Schuldenkrise ist und bleibt der entscheidende Belastungsfaktor.“ Neben der Angst vor einem möglichen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone rückten zuletzt die sich verschärfenden Probleme im spanischen Bankensektor in den Fokus.

Dass Anleger verunsichert sind, zeigt sich auch an den immer neuen Rekordtiefständen bei Bundesanleihen und der weiteren Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, schreiben die Analysten der DZ Bank in ihrer Wertpapierstrategie. Sie halten es für wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte „weiterhin sehr volatil bleiben und per saldo auch noch etwas fallen können“.

Damit sich der Dax im zweiten Halbjahr über der 6.000-Punkte-Marke hält, sind nach Einschätzung der Commerzbank Antworten der Politik gefragt. „Denkbar wäre ein Hilfsfonds, der Banken der Peripherieländer rekapitalisiert, ohne dass sich die Staaten an den Rettungsfonds ESM wenden müssen“, schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, in einem Kommentar. Es sei auch nicht auszuschließen, dass sich die EZB in einer Phase sehr hoher Unsicherheit zu einem weiteren Mehrjahrestender durchringe. Die Frankfurter Währungshüter hatten dem Finanzsystem zwischen Dezember und Februar bereits mehr als eine Billion Euro an Billig-Krediten verabreicht, um damit den angeschlagenen Bankensektor in der Euro-Zone zu stabilisieren.

Mit großer Spannung wird daher die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch erwartet. Experten erhoffen sich von den Konjunktur-Prognosen der Notenbank-Mitarbeiter auch Hinweise darauf, ob und wann die Währungshüter die Geldpolitik lockern werden. Im Juni selbst erwarten die Experten allerdings noch keine Senkung der Zinsen. Am Folgetag treffen sich die Spitzen der Bank of England (BoE). Hier rechnet ebenfalls niemand mit einer Veränderung.

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  • Kursen auf niedrigsten Niveau.

    Und dass deutsche Unternehmen solide Bilanzen haben, ist auch eine Illusion. Denn überteuerte Akquisitionen im Ausland haben noch massig Goodwill, der abgeschrieben wird. Und selbst das konsolidierte Eigenkapital der Beteiligungen dürfte oftmals 2013, wenn die große Abrechnung nach den Impairment-Tests kommt bei den meisten DAX-Konzernen noch mächtig Spielraum für Milliardenabschreibungen liefern.

  • durchaus realistisch an, eher sogar wie gesagt durch die extrem gehebelten Shortkontrakte und naked shortselling sogar 95 %, um wieder ein faires Bewertungsniveau zu erreichen, denn die Gewinnprognosen ab 2013 der DAX-Unternehmen sind immer noch um 200-300 % zu hoch, da man der irrigen Annahme unterliegt, die Unternehmen können ihr Wachstum fortsetzen.<br/>Beim japanischen Nikkei gab es dieses Phänomen auch schon und trotz eines Kursverlustes von rund 3/4 ist das KGV immer noch deutlich über 10, trotz fehlenden Wachstumsperspektiven, schwachem Export und Milliardenverlusten bei den einstigen Marktführeren wie Panasonic, Sony, Nintendo und Co. Wenn man das KGV des Nikkeis mit dem aktuellen DAX-KGV mit den wie gesagt im Gegensatz zu japanischen Unternehmen komplett falschen Gewinnschätzungen, müsste dieser ja weitere 50 % abgeben, wobei wir damit den 90 % schon sehr viel näher kommen, denn ohne Wachstum sind bei einem KBV von 1 KGVs zwischen 4 und 7 eine faire Bewertung. Und die Charttechnik alleine wird den DAX auf das 2003er Tief fallen lassen, da keine signifikante Haltelinie vorhanden ist, die nicht schon 2mal getestet wurde, und daher bei einem dritten Test nicht halten würde.<br/>Zukünftig dürfte der Shareholder Value in einer auf niedrigstem Niveau stagnierenden Wirtschaft im Euro-Raum eine ganz andere Bedeutung bekommen. Die Kurse werden nach der Stabiliserung weiterhin um +- 30 % sehe ich für schwanken, aber ein langfristiger Aufwärtstrend, wie ihn manche Börsengurus in diversen Börsenzeitschriften propagieren, wird es nicht geben. Da braucht man sich heute nur einmal Nikkei und den Neuen Markt heute (Tec-DAX) ansehen und diese Illusion wird jedem vergehen.<br/>Man möge vielleicht nach der Stabiliserung Dividendenrenditen von rund 10 % bekommen, aber Gewinne wird man nur machen können beim Shorten bis zum Absturz, bei Hebeln des kaum erkennbaren Dead-Cat-Rebounds, nachdem die Eurobonds eingeführt werden und dann später mit den weiterhin hochvolatilen

  • Dies ist erst der Anfang vom Ende. Man soll sich von einstelligen KGVs und Wirtschaftswachstum in Deutschland nicht blenden lassen.<br/>Griechenland wird den Euro nicht verlassen, Spanien auch nicht, denn das ist nicht möglich. Möglich ist nur, dass der DAX bis zu den neuen Wahlen auf 4000 Punkte fällt, da er leicht durch ungedeckte Leerverkäufe geshortet werden kann.Das ist ja wie gesagt die kurzfristige Perspektive.<br/>Langfristig aber wird unser Finanzsystem japanisch lernen müssen, denn der Euroraum wird ebenso wie Japan eine Zombie-Volkswirtschaft. Anfangen wird es, dass die Zinsen für Spanien und Italien über 20 % steigen und Banken und Versicherer massenweise ins Wanken geraten, auch die solidesten Institute. Dabei werden die DAX-Werte zusammenschrumpfen wie der neue Markt, also um über 90 %. Erst durch Eurobonds wird man die Eurozone, die von Bürgerkrieg und Elend geprägt sein wird, wieder retten können. Es wird ohne Ende Geld gedruckt werden, wobei völlig kontraintuitiv Wirtschaftswachstum und Inflation ausbleiben werden und der Euro ggü. anderen Währungen erstarken wird, was besonders exportstarke Unternehmen wie unsere Automobil- und Maschinenbauer stark belasten wird und zu einer Konsolidierung dieser Branche, ähnlich wie nach dem Neuen Markt führen wird. Vor allem die schon jetzt unter einer enormen Schuldenlast leidenden französischen Automobilhersteller dürften dieses Szenario nicht überleben und unter der Regierung von Hollande verstaatlicht werden.<br/>Wobei ich vermute dass es Peugeot und Renault schon vor den Eurobonds nicht mehr als privates und börsennotiertes Unternehmen mehr geben wird, da diese bei einer noch boomenden Wirtschaft nicht die Nettoverschuldung senken können und die Endfälligkeitsverzinsung der Anleihen doppelt so hoch liegt wie bei den deutschen Automobilherstellern.<br/>Fakt ist, dass für die Aktionäre (fast) nichts mehr übrig bleiben wird, ehe sich die Kurse wieder stabilieren werden.<br/>Ein Verlust von über 80 % wie in Japa

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