Dax-Ausblick
Mehr Bangen als Hoffen

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Zeit für Gewinnmitnahmen


Christian Kahler, Chefaktienstratege bei der DZ Bank, hält – mit Ausnahme des Euro Stoxx 50 – die großen Indizes in den Industriestaaten für zu teuer. „Die Berichtssaison in den USA hat ein sehr gutes Ende gefunden, und die noch anstehenden Berichte in Europa dürften keine wesentlich neuen Erkenntnisse mehr bringen“, sagt er. Zudem sei in den USA ein Großteil der Rally auf den Technologiesektor und Finanzwerte zurück, die nun auch anfälliger für Korrekturen sein dürften. Kahlers Fazit: „Die Zeit für Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt ist günstig.“

So weit geht Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank, zwar nicht. „Beim Dax befinden sich die Erwartungen für die Gewinne, die Dividenden und den Buchwert allesamt auf Allzeithochs“, betont er. An den Aufwärtstrends dieser fundamentalen Dax-Daten dürfte sich nichts ändern. Dennoch dürften in den nächsten Wochen Risikofaktoren wie der stärkere Euro, anhaltende Sorgen um den Autosektor und eben die Nordkorea-Krise den Dax weiter belasten, meint auch Hürkamp. Einen Boden dürfte der Dax seiner Meinung nach im Bereich von 11.500 bis 12.000 Punkten bilden. Das entspräche im schlimmsten Fall aber einem doch ordentlichen Abschlag von mehr als vier Prozent.

Von Seiten der Konjunktur gibt es in der kommenden Woche zwar keine Stimmungsindikatoren, die das Vertrauen der Anleger oder der Industrie in die Wirtschaft messen. Dafür aber eine Reihe „harter“ Daten, die zeigen, wie sich die Wirtschaft zuletzt entwickelt hat. Den Auftakt machen am Montag die Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone, die laut Volkswirten gesunken ist. „Die deutsche Volkswirtschaft dagegen brummt“, meinen die Ökonomen der Dekabank. Im zweiten Quartal sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. „Das ist zwar weniger als die schon länger auf euphorischen Höhen schwebenden Stimmungsindikatoren hätten hoffen lassen“, betonen die Deka-Experten. Aber es sei mehr als im ohnehin schon starken ersten Quartal. Das am Mittwoch anstehende BIP in der Euro-Zone dürfte um 0,6 Prozent und damit so stark wie im ersten Quartal gestiegen sein.

In den USA stehen am Dienstag die Einzelhandelsumsätze für Juli auf dem Konjunkturkalender. Ralf Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank, erwartet dabei „vor allem ein kräftiges Plus im Kerngeschäft ohne Autos, Baumaterial und Benzin, das im Mai und Juni enttäuscht hatte“. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Konsensschätzung für die gesamten Einzelhandelsumsätze liegt bei 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Wichtig wird auch der von der Universität Michigan ermittelte Index für das Verbrauchervertrauen sein. Hier erwarteten Volkswirte eine Steigerung auf 94 Punkte.

Bei den Unternehmen steht am Montag der Versorger RWE im Fokus, der als Dax-Nachzügler seine Quartalszahlen präsentiert. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz dürfte einen Milliardengewinn präsentieren. Der liegt aber an einem Sondereffekt, über den sich vergangene Woche schon Eon gefreut hat: der milliardenschweren Rückzahlung der Atomsteuer. Daneben legen in Deutschland unter anderem noch Bilfinger und K+S Zahlen vor, international sind es unter anderem Carlsberg, Wal-Mart, Deere & Co. Punkten können die Unternehmen mit ihren Zahlen aber nur unter einer Voraussetzung: Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA darf nicht zu sehr eskalieren.

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Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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  • ......alles nur Trallallallalla.....wie ich anderer Stelle.....in diesem Blatt schon schrieb....
    Wieso und warum?
    ...nun....es stellen sich immer wieder die menschlichen Unzulänglichkeiten ein....nur einige davon...
    ..Profil-Neurotik..
    ...jetzt will.... und tu ich auch mal....mit Zündhölzern spielen.....steh jetzt überall drinn....in die Zeitungen von die Welt....runderum um de Kugel...
    ..Dummheit....
    ....es fehlen diesen Protagonisten und Verantwortlichen....ihrer Staaten.... viele viele Wochen + Monate....Nachhilfe-Unterricht....in fast allem....
    was menschlicher Umgang bedeutet....Verantwortung ihrer untergebenen Bevölkerung zeigen ....Konsequenzen sich auszumalen...wenn sie das tun...woran sie denken.....
    politisch verantwortliches Handeln...
    ....die Einheit + und die Gesamtheit der Menschen zu sehen....und sich darin als der jeweilige Staat....einzubetten.....
    ...friedliches Miteinander zu leben.....und so auch zu handeln....
    ....Kontakte zu den Völkern zu halten....diese zu pflegen....und auch durchzuführen....
    man könnte.....unendlich weiter.....mit Schaufel und Gabel.....schürfen....und fördern.....aber dazu reicht hier nicht der Platz.....
    ....es ist einfach entsetzlich....mit welchen "falschen Fufzigern" wir im Moment zu tun haben...aber es ist eben so....und eine Umerziehung dieser Personen ist nicht möglich.....da auch unbelehrbar....und eben....dümmlich....

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