Dax
Die Verkaufswelle rollt

Die Angst vor einer neuen Wirtschaftskrise macht Anleger extrem nervös. Unerwartet schwach ausgefallene US-Konjunkturdaten schickten den Dax heute erneut auf Talfahrt. Selbst das Jahrestief ist nicht mehr weit.
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FrankfurtAm siebten Tag in Folge durchbricht der Dax bei seinem Kurssturz eine Hundertermarke nach der anderen und nähert sich mit großen Schritten dem Jahrestief von 6.483 Punkten. Heute waren es enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA, die am Nachmittag die Talfahrt beschleunigten.

Der Dax ging schließlich mit Verlusten von 2,3 Prozent bei 6.640 Punkten aus dem Handel. Die Werte in der zweiten Reihe mussten ähnliche Verluste hinnehmen. Der MDax verlor 2,4 Prozent auf 9.717 Punkte, der TecDax gab 3,2 Prozent auf 762 Zähler nach.

Innerhalb einer Woche hat der Dax damit 7,5 Prozent nachgegeben und notiert auf demselben Niveau wie zuletzt im März, als das Beben in Japan die Märkte nach unten gerissen hatte. Die insgesamt hohe Verschuldung vieler Staaten lässt die Anleger vielmehr an der Nachhaltigkeit der Konjunkturentwicklung zweifeln. Diese Ängste wurden heute durch Konjunkturdaten weiter geschürt

Ein Frankfurter Aktienhändler brachte die nervöse Marktlage auf den Punkt: „Der Markt ist komplett durchgedreht. Gestern bin ich eine Zigarette rauchen gegangen und als ich zurückkam, war der Dax um 70 Punkte gefallen. Ich komme gerade aus meiner Zigarettenpause zurück und der Markt ist 100 Punkte gefallen - ich sollte wohl das Rauchen aufgeben."

Aufs Gemüt schlug den Anlegern in den USA der überraschende Rückgang des ISM-Einkaufsmanagerindex Dienste. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank im Juni auf 52,7 von 53,3 Zählern. Das Barometer lag damit auf dem tiefsten Stand seit Februar 2010, notierte aber weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Dies wird nicht das Gerede am Markt beenden, dass wir uns vielleicht in Richtung einer Rezession bewegen“, sagte Tom Porcelli von RBC Capital Markets.

An den Börsen sorgten die neuen Daten für deutliche Kursrückgänge. Da konnten positive Arbeitsmarkten aus den USA nicht gegensteuern. Der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) veröffentlichte heute stärker als erwartet gestiegene Beschäftigungszahlen im Privatsektor. Im Monatsvergleich sei die Zahl der Beschäftigten um 114.000 geklettert, Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 100.000 Beschäftigte gerechnet. Allerdings ist die Zahl der geplanten Entlassungen im vergangenen Monat deutlich gestiegen und so hoch liegt wie seit 16 Monaten nicht mehr. Der schwache Arbeitsmarkt ist derzeit die größte Bremse für ein stärkeres Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt.

Goldpreis auf neuem Rekordhoch

Angesichts der Krise an den Aktienmärkten ist der Goldpreis heute auf ein neues Rekordhoch gesprungen. Der Preis für eine Feinunze stieg heute in der Spitze auf 1.672,95 Dollar und damit so hoch wie noch nie. Die Serie von unerwartet schlechten Nachrichten aus den USA und der Eurozone treibe die Investoren scharenweise in den „sicheren Hafen“ Gold, hieß es von Händlern.

Kommentare zu " Dax : Die Verkaufswelle rollt"

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  • @HvS-HH ahnungsloser Papieraffe

  • sehr selten gibt man man sich einen Ruck und versucht zu toppen wo es geht.
    thx 4 flowers.

  • @leser: Das lächerlichste Posting von allen. Mal abgesehen von den "Tradern" hier...

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