Derivate-handel
Anleger positionieren sich für Kursrutsch

Das Erreichen der 6000-Punkte-Marke im Dax hat die Derivate-Anleger am Montag vorsichtig werden lassen. Der Stimmungsindikator der Derivatebörse Euwax notierte bis auf einen kurzen Ausreißer den ganzen Tag über im Minus. Das heißt, die Mehrheit der Anleger positionierte sich für einen fallenden Markt.
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HB FRANKFURT. Ein ähnliches Bild zeigte sich an der Scoach , der gemeinsamen Tochtergesellschaft von Deutscher und Schweizer Börse für den Handel mit strukturierten Produkten: Dort machte der Anteil gekaufter Puts und verkaufter Calls an allen Hebelprodukten auf den Dax nachmittags rund 63 Prozent aus. "Es ist eine verbreitete Annahme am Markt, dass die Aktienkurse Anfang 2010 nachgeben werden", sagte ein Händler. Denn die Marke von 6000 Punkten sei noch nicht nachhaltig überwunden. "Von der 5800-Punkte-Marke hat es in den vergangenen Monaten mehrfach Rückschläge gegeben. Jetzt spekulieren die Marktteilnehmer darauf, dass es ähnlich läuft."

Ein anderer Händler verwies auf die bisherigen Parallelen zum Kursverlauf 2007. Damals hatten die Märkte kurz nach dem Jahreswechsel 2008 südwärts gedreht.

Bei den Einzelwerten wurden Eon-Calls verkauft, nachdem die Aktie im Tagesverlauf um gut zwei Prozent gestiegen war. So gehörte der Call der Deutschen Bank, der bis zum Nachmittag elf Prozent an Wert gewann, an der Scoach zu den volumenstärksten Hebelprodukten, ebenso der Call von Goldman Sachs an der Euwax. Unter den längerfristig ausgerichteten Anlageprodukten waren Discountzertifikate auf die Deutsche Telekom gefragt, zum Beispiel das Deutsche Telekom 9 und das Deutsche Telekom 10 mit Restlaufzeiten bis Dezember 2010 von der Deutschen Bank. Telekom-Chef Rene Obermann hatte am Sonntag in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" ein neues Unternehmenskonzept angekündigt. "Offenbar denken sich nun einige Anleger, dass die Telekom die schlimmsten Zeiten hinter sich hat", sagte ein Händler.

Die Schwankungsbreite am Aktienmarkt nahm gegenüber dem letzten Handelstag vor Weihnachten leicht zu. Der Dax-Volatilitätsindex stieg um 0,65 Prozentpunkte auf 22,76 Prozent. Obwohl dies kurzfristige Trades begünstigte, beobachteten Händler ein verstärktes Interesse an Anlagezertifikaten gegenüber Hebelprodukten. "Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele Intraday-Trader zwischen den Feiertagen im Urlaub sind", sagte ein Händler.

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