Deutscher Aktienhandel
SAP-Zahlen beleben Dax nur leicht

Die überraschend vorgelegten Quartalszahlen von SAP haben am Montag ein ruhiges Geschäft am deutschen Aktienmarkt nur leicht belebt. Die SAP-Aktie schoss nach den Daten zeitweise um über fünf Prozent ins Plus, half dem Dax jedoch nur um 0,2 Prozent auf die Sprünge.

HB FRANKFURT. Die überraschend vorgelegten Quartalszahlen von SAP haben am Montag ein ruhiges Geschäft am deutschen Aktienmarkt nur leicht belebt. Die SAP -Aktie schoss nach den Daten zeitweise um über fünf Prozent ins Plus. Dem Dax half das jedoch nicht auf die Sprünge: Der Index ging mit 7732 Punkten nur 0,2 Prozent höher aus der Sitzung. Die Investoren hätten sich mit Blick auf die bevorstehenden Bilanzen wichtiger US-Banken zurückgehalten, sagten Händler.

Denn in dieser Woche werden Zahlen der US-Großbanken Citigroup und Merrill Lynch veröffentlicht, und nach immer neuen Berichten über hohe Abschreibungen wegen der Krise am US-Hypothekenmarkt befürchten die Investoren Schlimmes. Erst am Montag machte ein Bericht des US-Senders CNBC die Runde, dem zufolge die Citigroup wegen der Kreditmarktkrise bis zu 24 Mrd. Dollar abschreiben muss. Allerdings machten sich in den USA auch Hoffnungen auf weitere Finanzspritzen für das Kreditinstitut breit.

Die deutlichsten Kursgewinne verbuchte die Aktie der Deutschen Börse, die sich mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 126,69 Euro an die Spitze des Dax setzte. Nachdem der Börsenbetreiber vergangene Woche mitgeteilt hatte, mit einem Umzug in das Frankfurter Umland Steuern sparen zu wollen, erhöhten nun mehrere Analystenhäuser das Kursziel für die Aktie. Zudem hatte Finanzvorstand Thomas Eichelmann im Gespräch mit Reuters ein Rekordergebnis für 2008 in Aussicht gestellt.

Die SAP -Aktie konnte die Deutsche Börse nur zeitweise überholen, letztlich musste sich das Papier des Walldorfer Softwarekonzerns mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 33,70 Euro hinter dem Börsenbetreiber einordnen. Die von SAP am Nachmittag überraschend vorgelegten Zahlen sind nach Einschätzung von Merck-Finck -Analyst Theo Kitz "ordentlich" ausgefallen. Und das sei besser als am Markt erwartet worden sei, sagten Händler. Die Aktie sei zuletzt schlecht gelaufen und Analysten hätten sie kritisch beurteilt. Das habe die Stimmung getrübt und nun zu einem "klassischen Short-Squeeze" geführt: Die Investoren waren eher pessimistisch eingestellt und hätten sich nun hektisch mit SAP -Aktien eindecken müssen, sagte ein Marktteilnehmer.

Positive Analystenkommentare verhalfen der Infineon -Aktie zu dritten Platz in der Dax-Rangliste von Montag, der Titel stieg um 2,5 Prozent auf 6,94 Euro und profitierte damit Händlern zufolge von einer Studie von Dresdner Kleinwort. In dieser senkten die Analysten zwar das Kursziel, bekräftigten aber zugleich ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Volkswagen kletterten um 2,4 Prozent auf 153,80 Euro, nachdem der Wolfsburger Autobauer auf der Detroiter Automesse einen weiteren Verkaufsanstieg für 2008 in Aussicht stellte.

Gefragt waren auch die Papiere von TUI, die 1,5 Prozent auf 16,69 Euro gewannen. Der Touristikkonzern plant Unternehmenskreisen zufolge eine Eingliederung seiner Schifffahrtssparte und einen Umzug des Firmensitzes von Hannover nach Hamburg. Damit solle - entgegen den Forderungen von manchen Investoren - der vollständige Verbleib der Schifffahrtstochter Hapag -Lloyd im Konzern gesichert werden.

Als Bremsklotz erwiesen sich dagegen die Versorger und andere defensive Werte. Am deutlichsten fielen Merck mit einem Abschlag von 3,2 Prozent auf 89,94 Euro zurück. Zur Begründung verwiesen Händler auf eine kritische Analystenstimme: Goldman Sachs habe die Aktie von der Empfehlungsliste genommen, sagten Börsianer.

Im SDax verhalfen gute Zahlen der Vivacon -Aktie zu einem Plus von 16,5 Prozent. Die Kölner Immobilienfirma hat 2007 einen Rekordgewinn erzielt und sich für 2008 optimistisch gezeigt. Auch der TecDAX konnte zulegen, er stieg um 1,2 Prozent auf 883 Zähler

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