Devisen
Starker Euro schürt die Sorgen

dpa-afx LUXEMBURG. Der Höhenflug des Euro und der schwache Dollar lösen in Europa Besorgnis aus. Die Finanzminister der 13 Staaten mit der gemeinsamen Euro-Währung berieten am Montag in Luxemburg eine gemeinsame Sprachregelung, die sie beim Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) in anderthalb Wochen in Washington vertreten wollen. Aus dem Kreis der Minister wurde aber auch vor Panikmache gewarnt, denn Europas Wirtschaft sei derzeit sehr stark.

Der niederländische Ressortchef Wouter Bos sagte, die Botschaft an das G7-Treffen solle sein, dass die Wechselkurse langfristig die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der jeweiligen Staaten oder Währungsgebiete widerspiegeln sollten. Ähnlich äußerte sich der spanische Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes. Beim vergangenen G7-Treffen im Februar in Essen war bereits China direkt angesprochen worden, dessen Yuan als stark unterbewertet gilt.

„ICH Ziehe Einen Starken Euro VOR“

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußerte sich nicht im Detail zu Wechselkursen. "Ich ziehe einen starken Euro vor", sagte er. Der scheidende Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, hält den Dollar derzeit für unterbewertet. Das sagte er der britschen Tageszeitung "The Financial Times" (Montag).

Die Gemeinschaftswährung hatte Ende September einen Rekordstand von 1,42 Dollar erreicht. Am Montag sank sie unter die Marke von 1,41 Dollar. In einigen europäischen Ländern wie Frankreich gibt es seit längerem starke Besorgnis wegen des Euro-Höhenflugs, der Exporte aus dem gemeinsamen Währungsgebiet verteuert.

EuropÄIsche Wirtschaft IN Guter Aufschwungphase

EU-Währungskommissar Joaquín Almunia sagte, die europäische Wirtschaft sei ungeachtet der Finanzmarkturbulenzen in den zurückliegenden zwei Monaten in einer guten Aufschwungphase. Steinbrück stimmte der EU-Kommission zu, die ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone für das laufende Jahr um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent zurückgenommen hatte. Grund dafür waren nach früheren Kommissionsangaben vor allem die Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten.

Steinbrück unterstrich, dass die Bundesregierung den Rettungsvorschlag der EU-Kommission für das europäische Satellitennavigationssystems Galileo ablehnt. Brüssel will die 30 Satelliten und andere technische Ausrüstung ausschließlich aus EU- Haushaltsmitteln bezahlen. Insgesamt sind 3,4 Mrd. Euro fällig. Die Finanzminister der EU wollten am Dienstag über den Streit sprechen.

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