Europäische Börsen
Eurostoxx im Minus

Die Europäischen Börsen verzeichnen teils deutliche Verluste. Der Eurostoxx liegt mit rund 1,5 Prozent im Minus. Vor allem Bankenwerte und Autotitel stehen auf der Verkaufsliste. Die Gewinner und Verlierer im Überblick.
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HB PARIS/LONDON. Schlechte Nachrichten von den wichtigsten europäischen Märkten. Belastet von starken Kursverlusten bei Bank- und Autotiteln sind die europäischen Aktienmärkte wieder auf Tauchstation gegangen. Der Eurostoxx 50 verlor in der ersten Handelssstunde 1,52 Prozent auf 2 720 Punkte, büßte damit seine Vortagsgewinne wieder komplett ein und fiel unter das Niveau vom Freitagabend. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Auswahlindex für die Eurozone wegen der zunehmenden Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des Aufschwungs deutlich an Wert verloren. In Paris sank der CAC-4-Index am Dienstag um 1,48 Prozent auf 3 585 Punkte. Auch in London ging es bergab. Der dortige Leitindex FTSE 100 fiel um 1,33 Prozent auf 5 036 Zähler.

Am Dienstag sorgten vor allem Hiobsbotschaften aus der Bankbranche sowie negativ aufgenommene Zahlen des Autoherstellers BMW für schlechte Stimmung an den Märkten. Aus der Bankenwelt gab es eine Fülle von negativen Nachrichten. So kommt die Schweizer Großbank UBS nicht aus den roten Zahlen und die einst so mächtige britische Royal Bank of Scotland (RBS) ist endgültig zum größten Sanierungsfall in der europäischen Finanzwelt geworden. Zudem braucht die britische Großbank Lloyds dringend Geld und schafft dies nicht ganz ohne Hilfe des Staates.

Der europäische Bankenindex verlor mehr als zwei Prozent. Mit einem Abschlag von rund 3,5 Prozent gehörte die Deutsche Bank hier zu den größten Verlierern unter den Bankwerten. Mehr als zwei Prozent gaben die Anteile der Finanzwerte BBVA , BNP Paribas , Santander , Aegon , ING , Credit Agricole und Societe Generale ab. Noch stärker nach unten als für Bankaktien ging es für die Autowerte. Hier belasteten schlechte Zahlen des deutschen Autoherstellers BMW, dessen Aktien in der ersten Handelsstunde mehr als vier Prozent nachgaben. Die im EuroStoxx 50 notierten Daimler-Aktien gaben mehr als vier Prozent nach.

Anteile der UBS, die schon seit einiger Zeit deutlich denjenigen der Konkurrenz hinterherhinken, büßten 5,42 Prozent auf 16,41 Schweizer Franken ein. Die Schweizer Großbank kommt nicht aus den roten Zahlen. Das Minus im dritten Quartal fiel mit 564 Mio. Schweizer Franken (rund 373 Mio Euro) höher aus als von Experten erwartet. Zudem blieb der seit Februar an der Spitze der Bank stehende Oswald Grübel vorsichtig. Wesentliche Fortschritte seien erst im kommenden Jahr zu erwarten. Sorgen bereitete den Händlern vor allem das erneut schwache Abschneiden in der Vermögensverwaltung, einem der Kernbereiche der Bank.

Nachrichten gab es auch aus der britischen Bankenbranche. Hier gab die Regierung Neuigkeiten zur Zukunft der beiden vom Staat gestützten Banken Royal Bank of Scotland (RBS) sowie Lloyds . Vor allem um die RBS steht es sehr schlecht. Der einstige Stolz der britischen Finanzbranche braucht erneut Geld vom Staat. Der staatliche Anteil steigt dadurch auf 84 Prozent. Die Aktie gab am Dienstag 0,98 Prozent auf 38,27 Pence nach. Vor Ausbruch der Finanzkrise hatte die Aktie der Bank, die mit einer aggressiven Übernahmestrategie zu den führenden Häusern der Welt aufsteigen wollte, noch mehr als 600 Pence gekostet.

Etwas besser scheint es um den ebenfalls angeschlagenen Konkurrenten Lloyds zu stehen. Die Bank, die sich mit der Übernahme von HBOS verhoben hatte, braucht zwar auch dringend Kapital und will mit neuen Aktien insgesamt 13,5 Mrd. Pfund einsammeln, will dies allerdings größtenteils am freien Markt schaffen. Der Anteil der Regierung soll bei 43 Prozent bleiben. Allerdings muss sich auch Lloyds auf harte Einschnitte beim Geschäftsmodell einstellen. Die Bank rechnet im laufenden Jahr zudem weiter mit roten Zahlen. Im kommenden Jahr geht Lloyds allerdings von einer rückläufigen Risikovorsorge im Geschäft mit Privatkunden aus. Die Aktie stieg um 3,44 Propzent auf 87,86 Pence. Mitte 2008 hatte eine Lloyds-Aktie allerdings noch mehr als 300 Pence gekostet.

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