Eurostoxx 50
Inflationsorgen belasten Europas Börsen

Paris/London (dpa-AFX) – Die meisten europäischen Börsen sind am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen und haben damit ihre Anfang der Woche begonnene Serie an Kursgewinnen beendet. Händlern zufolge belasteten die Verluste im Minensektor. Darüber hinaus seien die Investoren besorgt, dass die Leitzinsen wegen der steigenden Inflationsgefahr nicht wie erwartet gesenkt werden könnten.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor 0,85 Prozent auf 4 301,44 Punkte. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 gab um 1,08 Prozent auf 3 692,59 Zähler ab. Für den Euronext 100 ging es um 0,91 Prozent auf 987,47 Punkte nach unten. In Paris sank der CAC 40 um 0,93 Prozent auf 5 561,13 Zähler. Der Ftse 100 verlor 1,13 Prozent auf 6 359,60 Punkte.

Aktien von Barclays konnten ihre frühen Gewinne nicht halten und verloren 0,47 Prozent auf 530,50 Pence. Die britische Großbank hatte im dritten Quartal und im Monat Oktober wegen der weltweiten Kreditkrise insgesamt 1,3 Mrd. Pfund abgeschrieben, was zwar weniger war als von Analysten befürchtet. Allerdings hätten die Kommentare des Vorstands zum Geschäfts im Oktober und den künftigen Erwartungen leicht belastet, hieß es.

Scottish & Newcastle gewannen hingegen 2,23 Prozent auf 757,00 Pence. Die Brauereikonzerne Heineken und Carlsberg haben ihre Übernahmeofferte für den britischen Konkurrenten von 720 auf 750 Pence je Aktie erhöht. Ungeachtet dessen, lehnten die Briten die Offerte aber als zu niedrig ab. Heineken verloren 2,68 Prozent auf 45,10 Euro, während Carlsberg 0,15 Prozent auf 647,00 dänische Kronen abgaben. Händlern zufolge sorgt sich der Markt um die Finanzierung der Übernahme vor allem auf der Seite von Heineken, die möglicherweise das Kapital erhöhen müssten.

Sabmiller verbilligten sich um 3,13 Prozent auf 1 332,00 Pence. Der britische Brauereikonzern hatte zwar im ersten Halbjahr den Gewinn deutlich gesteigert und die Dividende erhöht. Für die zweite Jahreshälfte stellte Sabmiller aber ein schwierigeres Geschäftsumfeld in Aussicht. Analysten bemängelten den Ausblick als "übervorsichtig".

Minenwerte litten unter Befürchtungen, eine mögliche Abschwächung des globalen Wachstums könnte die Nachfrage nach Metallen reduzieren. Papiere von Anglo American verloren 2,19 Prozent auf 3 218,00 Pence, und für Anteile von Lonmin ging es um 0,69 Prozent auf 3 178,00 Pence nach unten.

Papiere von Iberia verteuerten sich um 4,58 Prozent auf 3,65 Euro. Die spanische Fluglinie hat einen weiteren Kaufinteressenten. Ein Konsortium um den Finanzinvestor Gala Capital will 3,60 bis 3,90 Euro je Iberia-Aktie bezahlen.

Credit Agricole verloren 3,29 Prozent auf 23,79 Euro. Die französische Großbank hatte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht und damit etwas schwächer abgeschnitten als erwartet. Vivendi-Titel fielen um 1,49 Prozent auf 29,69 Euro. Der französische Medien- und Telekommunikationskonzern hatte im dritten Quartal kaum Ergebnisfortschritte gemacht.

Der französische Mischkonzern Bouygues steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal dank überdurchschnittlich gestiegener Bauerlöse deutlicher als erwartet. Die Aktie gewann 1,25 Prozent auf 61,71 Euro.

Papiere von L„Oreal verteuerten sich um 2,14 Prozent auf 91,36 Euro. Der französische Kosmetikhersteller hatte mit dem Verkauf eines 1,8-prozentigen Anteils am Pharmakonzern Sanofi-Aventis 1,5 Mrd. Euro eingenommen. Die Aktien seien außerhalb der Börse zu je 60,50 Euro verkauft worden, teilte L„Oreal mit. Mit diesem Schritt verringerte sich die Beteiligung von L„Oreal an Sanofi-Aventis auf 8,7 Prozent. Papiere des Pharmakonzerns verloren 4,74 Prozent auf 60,30 Euro.

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