Exportwerte rutschen ins Minus
Schwacher Dollar belastet Börse in Tokio

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch leichter geschlossen. Händler begründeten dies mit der Dollarschwäche, die die Aktienkurse exportabhängiger Unternehmen beeinträchtigte.

HB TOKIO. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte sank um 278,13 Punkte oder 2,57 Prozent auf 10 542,20 Punkte. Der breiter angelegte Topix verlor 20,26 Punkte oder 1,88 Prozent auf 1054,75 Punkte.

Der schwache Dollar führte zu Verlusten bei japanischen Autowerten wie Honda Motor mit einem Minus von fast 7,5 Prozent oder dem Konsumelektronik-Konzern Sony von etwa Minus 3,8 Prozent. „Exportwerte kriegen durch den scharfen Anstieg des Yen einen heftigen Schlag ab“, sagte Hiroaki Kuramochi von Credit Lyonnais.

Später verstärkte ein unerwartet starker Rückgang der Aufträge für Japans Maschinenbau-Sektor die Abwärtsbewegung. Mit minus 4,3 Prozent im August lag der Wert deutlich schlechter als das im Mittel erwartete Minus von 0,9 Prozent. „Diese Zahlen sind etwas Besorgnis erregend“, sagte Toshikimi Kaneki von Sumitomo Trust and Banking. Es sei erwartet worden, dass die Investitionen das restliche Jahr stabil bleiben würden.

Die anderen großen asiatischen Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich. In Hongkong stiegen Telekommunikationswerte, darunter China Mobile um mehr als drei Prozent. Die Anstiege wurden als Zeichen für eine stärkeres Vertrauen in eine Erholung der Weltwirtschaft gesehen.

DOLLAR KÄMPFT GEGEN DREI-JAHRES-TIEF

Der Dollar kämpfte am Mittwoch darum, über seinem Drei- Jahres-Tief zum Yen zu bleiben. Für ein Dollar mussten im Verlauf 109,51 Yen bezahlt werden nach 109,90 Yen im späten New Yorker Handel. Händler sagten, in Europa und den USA habe man sich offenbar mit einem niedrigen Dollar abgefunden. Die Abwärtsbewegung sei offensichtlich noch nicht zu Ende, sagte Shogo Nagaya von Nomura Trust & Banking. Die US-Währung werde zurzeit praktisch nur noch durch Befürchtungen gestützt, die japanische Regierung könne zu Gunsten des Dollar intervenieren, hieß es weiter. Zum Euro wurde der Dollar mit 1,1791 Dollar notiert nach einem Stand von 1,1768 Dollar in New York.

Gold lag bei 377,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach 376,45 Dollar in New York. Händler sprachen von einem technischen Anstieg. Platin stieg zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von 726 Dollar je Feinunze, nachdem am Freitag ein 23-Jahres-Hoch erzielt worden war. Händler sprachen jedoch von einem vermutlich kurzfristen Anstieg. „Es gab Kaufinteresse von japanischen Spekulanten, aber ich weiß nicht, was sie dazu bewogen hat“, sagte ein Platin-Händler in Tokio. „Der gegenwärtige Preis ist zu hoch und unsere Kunden zeigen kein Interesse.“

Die US-Aktienbörsen hatten am Vortag nach sprunghaftem Handel im Schlussgeschäft ins Plus gedreht und damit am fünften Geschäftstag in Folge mit Gewinnen geschlossen. Der Dow-Jones- Index der Standardwerte verließ den Markt 0,62 Prozent höher mit rund 9654 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500-Index gewann 0,47 Prozent auf etwa 1039 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Index rückte um 0,76 Prozent auf rund 1907 Punkte vor.

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