Fernost-Börsen
Japanische Banken im Abwärtssog der Bank of America

Ein skeptischer Ausblick der Bank of Amerika hat die Börsen in Fernost am Dienstag mehrheitlich deutlich ins Minus gedrückt.

HB HONGKONG. Trotz eines überraschend starken Jahresauftakts schürten die Quartalszahlen des größten US-Instituts Sorgen vor einer Verschlechterung der Kreditqualität, die die Bankenbranche und die gesamte US-Wirtschaft erneut in starke Schwierigkeiten bringen könnte. In Tokio gehörten daher Finanztitel zu den großen Verlierern. Zudem drückte hier der starke Yen auf die Stimmung, der Exporte aus Japan verteuert.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,4 Prozent auf 8 711 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,1 Prozent im Minus bei 830 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und der chinesische Leitindex notierten tiefer. Die Börse in Taiwan verzeichnete dagegen Gewinne. Südkorea tendierte nahezu unverändert.

Vertrauen der Investoren nachhaltig erschüttert

Wie in den USA sorgte auch in Japan die Warnung der Bank of Amerika vor einer steigenden Risikovorsorge im Kreditgeschäft für schlechte Stimmung. Nach den Abschreibungen auf kritische Wertpapiere drohen der Branche nun offenbar Milliardenkosten wegen fauler Kredite. Diese Aussicht lastete trotz der jüngsten positiven Nachrichten aus der Branche auf japanischen Banken. Die Papiere des Branchenführers Mitsubishi UFJ Financial verloren wie die von Nummer zwei Mizuho Financial ein Prozent.

"Der jüngste Lauf der Bankentitel könnte durch die Nachrichten von der Bank of America ein Ende gefunden haben. Dies zeigt, dass die Probleme mit notleidenden Anlagen nicht ausreichend genug angegangen wurden, um das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen", sagte Takashi Kamiya von T&D Asset Management. Der Markt gönne sich eine Verschnaufpause und warte unter anderem auf Neuigkeiten zum US-Autobauer General Motors.

IBM belastet zusätzlich

Die Ergebnisse des weltgrößten IT-Dienstleisters IBM und der starke Yen lasteten zudem auf dem Technologiesektor. Der Konzern hatte nach US-Börsenschluss einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf 21,7 Mrd. Dollar bekanntgegeben. Papiere des Elektronikkonzerns Panasonic gaben daraufhin 0,4 Prozent nach, die von Canon 4,4 Prozent und die von Sony 4,1 Prozent.

Auch Nachrichten aus dem Automobilsektor wurden negativ aufgenommen. Branchenprimus Toyota wird im laufenden Geschäftsjahr einem Medienbericht zufolge nur noch rund 6,2 Mio. Fahrzeuge verkaufen, mehr als zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Toyota-Papiere verloren daraufhin 3,9 Prozent. Die Aktien des Rivalen Honda verbilligten sich um 4,9 Prozent.

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