Fonds-Gerüchte belasten Wall Street
US-Börsen rutschen tief ins Minus

Die Wall Street verbuchte am Dienstag kräftige Kursverluste. Gerüchte um in Schieflage geratene US-Hedge-Fonds haben die Stimmung der Anleger getrübt. Zwischenzeitlich hatte Händlern zufolge auch ein kräftiger Anstieg der Ölpreise die Kurse belastet. Im Geschäftsverlauf sank der Preis für leichtes US-Öl jedoch wieder unter die wichtige Marke von 52 Dollar je Barrel, was auf dem Börsenparkett mit Erleichterung aufgenommen wurde.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,99 % ermäßigt mit rund 10 281 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er zwischen einem Hoch von 10 382 und einem Tief von 10 250 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P gab um 1,07 % auf etwa 1166 Zähler nach. Die Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,85 % auf rund 1962 Punkte.

Ängste vor Versorgungsengpässen im nächsten Winterhalbjahr hatten den US-Ölpreis zeitweise wieder deutlich über die Marke von 52 Dollar je Barrel (knapp 152 Liter) getrieben. Händlern zufolge wurden dadurch die Befürchtungen der Anleger vor den wachstumsschädlichen Auswirkungen hoher Energiekosten wieder geweckt. Diese könnten die Verbraucher zu geringen Konsumausgaben veranlassen und die Gewinne der Unternehmen schmälern.

Zudem veranlassten Händlern zufolge Gerüchte um einen in eine Schieflage geratenen Hedge-Fonds die Anleger zur Zurückhaltung. "Wir hören einige Gerüchte, dass einige Hedge Fonds sich möglicherweise zu stark in General-Motors-Bonds engagiert haben könnten" sagte Jim Fehrenbach von Piper Jaffray. Die Investoren reagierten darauf nervös, weil nicht klar sei, wie der Markt davon betroffen werden könne. Die Ratingagentur Standard & Poors hatte vorige Woche die Bonds des Autokonzerns General Motors auf spekulatives Niveau abgestuft. GM-Papiere zeigten sich von den Fonds-Gerüchten indes unberührt und schlossen mit 31,53 Dollar um gut 0,6 % höher.

"Die Gerüchte gehen an der Wall Street um. Es sind nur Gerüchte, aber sie belasten die Aktien heute", sagte Brian Williamson von The Boston Co. Asset Management. Händlern zufolge blieb zwar unklar, um welchen Fonds es sich handeln soll, doch hätten, wie zuvor schon in Europa, vor allem Banken darunter gelitten. So sackte der Kurs der im Dow gelisteten zweitgrößten US-Bank J.P. Morgan um fast 2,3 % auf 35,14 Dollar ab. Auch von den Papieren des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup trennten sich die Investoren, so dass die Titel ein Prozent auf 46,38 % verloren.

Zudem warnte Morgan-Stanley-Chef Philip Purcell, das operative Umfeld im zweiten Quartal erweise sich als schwieriger als erwartet. Die Börse quittierte dies mit einem Abschlag auf den Kurs der Aktie von gut 2,6 % auf 49,42 Dollar.

Mit der Ankündigung eines voraussichtlich beträchtlichen Verlusts im Rest des Jahres sorgte die Fluggesellschaft Delta Airlines für Enttäuschung und wurde dafür mit einem Minus des Aktienkurses von zehn Prozent auf 2,97 Dollar abgestraft. Die Investoren verstimmte auch der Mischkonzern 3M und erntete dafür ein Minus seines Aktienkurses von knapp 1,5 % auf 76,61 Dollar. 3M hatte den Gewinnausblick für dieses Jahr bekräftigt und die Prognose eines schwächeren Wachstums in den Industriestaaten wiederholt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,47 Mrd. Aktien den Besitzer. 1060 Werte legten zu, 2274 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,62 Mrd. Aktien 1025 Werte im Plus, 2018 im Minus und 164 unverändert.

An den US-Kreditmärkten zogen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 17/32 auf 98-8/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,220 %. Die 30-jährigen Bonds gewannen 26/32 auf 111-31/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,578 %.

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