Gewinnmitnahme bei Post-Aktien - Loewe-Aktie legt kräftig zu
Anleger halten ihr Pulver noch trocken

Kursverluste bei Finanzwerten haben den Deutschen Aktienindex am Dienstag belastet. Das Börsenbarometer fiel bis zum Handelsschluss um 1,53 Prozent auf 3 928,39 Punkte. Der MDax verlor 0,40 Prozent auf 4 964,88 Zähler. Der TecDax sank um 1,28 Prozent auf 559,82 Punkte.

HB FRANKFURT. Die meisten Anleger verhielten sich Händlern zufolge abwartend vor der Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche. Es gilt als sicher, dass der Leitzins in den USA um wenigstens 0,25 Prozentpunkte angehoben wird. Die jüngsten Konjunkturdaten wurden indes kaum beachtet. Nach der monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg der Index der Konjunkturerwartungen von 46,4 Punkten im Vormonat auf 47,4 Punkte.

Nach den starken Kursgewinnen der Post-Aktie am Vortag verlor das Papier im Zuge von Gewinnmitnahmen 1,50 Prozent auf 17,02 Euro. Die Postbank-Aktie ist kurz vor ihrem Börsenstart bei Privatanlegern und Großinvestoren offenbar doch noch auf rege Nachfrage gestoßen. Zusätzlichen Druck übten Meldungen aus Berliner Regierungskreisen aus, nach denen sich der Bund bis Ende 2006 komplett aus Post und Telekom zurückziehen will. Die T-Aktie reagierte darauf mit Verlusten von 2,65 Prozent auf 13,97 Euro.

Unter Druck gerieten die meisten Finanzwerte. Die HypoVereinsbank- Aktie verlor 2,32 Prozent auf 13,90 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Titel wegen der höheren Gewichtung im DAX in der vergangenen Woche starke Gewinne verbucht habe. Auch die Anteilsscheine von Commerzbank und Deutscher Bank büßten jeweils um mehr als zwei Prozent ein.

Neue Spekulationen um einen Einstieg des japanischen Elektronikkonzerns Sharp beim defizitären TV-Geräte-Hersteller Loewe beflügelten den Kurs der Loewe-Aktie im Kleinwertesegment SDAX um 19,67 Prozent auf 7,30 Euro. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, Sharp wolle 10 Prozent der Aktien des fränkischen Unterhaltungselektronikherstellers übernehmen. Loewe-Sprecher Roland Raithel sagte dazu lediglich, man verhandle weiterhin mit mehreren potenziellen Investoren.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,01 (Montag: 4,02) Prozent. Der REX-Rentenindex stieg um 0,07 Prozent auf 116,93 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,17 Prozent auf 112,67 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro bei 1,2091 (Montag: 1,2112) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8271 (0,8256) Euro.

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