Internationale Aktienmärkte
Europas Börsen unter Druck

dpa-afx PARIS/LONDON. Bei weiter überdurchschnittlich hohen Handelsumsätzen und teils starken Kursbewegungen in Einzelwerten haben sich die europäischen Börsen am Donnerstag zumeist etwas schwächer entwickelt. Die Berichtsunternehmen standen im Fokus der Börsianer und auch Fusionsnachrichten sorgten für einigen Gesprächsstoff an den Aktienmärkten, hieß es am Markt. Insgesamt sei das Geschäft auch aufgrund der verstärkten Kursschwankungen in den USA "spürbar nervöser" geworden.

Der Eurostoxx 50 verlor schließlich 0,83 Prozent auf 4 363,60 Zähler - im Tagesverlauf schwankte der europäische Leitindex bei erhöhten Umsätzen und bei laut Händlern spürbar nervöserem Geschäft zwischen 4 333 und 4 391 Punkten. Der auch schweizerische und britische Werte umfassende Stoxx 50 gab um 0,58 Prozent auf 3 735,45 Zähler ab. Der Euronext 100 fiel um 1,25 Prozent auf 1 001,60 Punkte. In Paris sackte der CAC 40 um 0,91 Prozent auf 5 631,63 Punkte ab. Der Londoner Leitindex Ftse 100 verteuerte sich dagegen um 0,16 Prozent auf 6 395,50 Zähler.

Wie schon am Vortag blieben die Bilanzen der Großbanken im Zuge der Sorgen um die Auswirkungen der Kreditkrise in den USA ein Hauptthema am Markt. Die größte französische Bank BNP Paribas steigerte im dritten Quartal Gewinn und Erträge trotz dieser Finanzmarktkrise. Nach teils heftigen Kursausschlägen im Verlauf endeten die Papiere mit minus 0,27 Prozent bei 70,51 Euro. Deutliche Verluste gab es indes bei Fortis , die mit minus 7,21 Prozent auf 18,28 Euro am Ende des Eurostoxx schlossen. Der Finanzkonzern hat im dritten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verbucht.

Inbev zählten nach Zahlen mit minus 10,85 Prozent auf 59,15 Euro zu den größten Verlierern in Europa. Börsianer zeigten sich vor allem enttäuscht vom schwachen Europageschäft des weltgrößten Brauereikonzerns in seinem dritten Quartal. Exane BNP Paribas senkte die Aktien von "Outperform" auf "Underperform". Delhaize brachen ebenfalls nach Zahlen um 10,32 Prozent auf 57,01 Euro ein. Negative Währungseffekte hätten den Gewinn der belgischen Supermarktkette überraschend stark belastet, sagten Händler.

Auch die Versicherer Aegon und AXA verzeichneten trotz guter Entwicklung vor allem im Lebengeschäft Kursverluste. AXA-Papiere verloren 2,88 Prozent auf 28,00 Euro, Aegon fielen um 1,20 Prozent auf 13,19 Euro. In Paris rutschten Alstom um 7,17 Prozent auf 150,59 Euro ab. Nach seiner Sanierung mit Staatshilfe wächst der französische Bahntechnikkonzern und Anlagenbauer mit Riesensprüngen. Händler sahen allerdings Gewinnmitnahmen, nachdem Alstom die Hoffnung einiger Anleger auf noch deutlicher über den Erwartungen liegende Zahlen enttäuscht habe.

In London standen die schwer gewichteten Minenwerte mit neu aufflammender Fusionsfantasie im Fokus. Der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton lotet die Chancen für eine Fusion mit dem Konkurrenten Rio Tinto zu einem milliardenschweren Branchenriesen aus - Rio Tinto bestätigte den Kontakt und sagte, BHP habe drei eigene Papiere für eine Rio Tinto-Aktie angeboten. Das Angebot sei sorgfältig geprüft, aber für deutlich zu niedrig befunden worden, hieß es. Rio Tinto verteuerten sich an der Spitze des "Footsie" um 21,75 Prozent auf 5 296 Pence, während Aktien von BHP um 5,69 Prozent auf 1 656 Pence absackten.

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