Internationale Aktienmärkte
Kurseinbruch an der Wiener Börse

Die Wiener Börse hat ihren Sturzflug am Montag fortgesetzt. Der ATX fiel 9,74 Prozent auf 1 675,89 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2004.

dpa-afx/apa WIEN. Die Wiener Börse hat ihren Sturzflug am Montag fortgesetzt. Der ATX fiel 9,74 Prozent auf 1 675,89 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2004. Auch andere europäischen Börsen waren sehr schwach in die Woche gestartet, konnten im Tagesverlauf ihre Verluste aber teilweise eingrenzen. In Wien fielen die Abgaben hingegen einmal mehr besonders deutlich aus. Der ATX hat seit Jahresbeginn bereits 63 Prozent an Wert eingebüßt.

Aktienhändler erklärten die überproportionalen Verluste in Wien mit dem Fokus auf Osteuropa vieler heimischer Unternehmen, Wien werde international als "Ost-Börse" wahr genommen. Das starke Osteuropa-Engagement österreichischer Unternehmen wird angesichts der Finanzkrise und der höheren Risikoaversion der Anleger von vielen Investoren als negativ gewertet.

Ausländische Investoren seien damit in Wien kaum mehr aktiv, die Handelsvolumina waren weiter sehr schwach. "Es geht nicht mehr viel um, aber wenn etwas gehandelt wird, dann wird verkauft", sagte ein Aktienhändler. Angesichts der kleinen Stückzahlen dürften dabei derzeit vor allem Privatanleger auf Verkäuferseite aktiv sein, institutionelle Investoren dürften bei Verkaufsbedarf bereits verkauft haben, hieß es.

Stark unter Druck kamen am Montag einmal mehr die Bankaktien. Auch die Bankwerte litten Börsianern zufolge unter ihrem Osteuropa-Fokus. So hatten zuletzt Meldungen über IWF-Hilfsprogramme für die Ukraine und Ungarn das Sentiment belastet.

Die Hilfsprogramme seien natürlich positiv. Im derzeitigen Umfeld, werde den Nachrichten aber eher ein negativer Aspekt beigemessen, da sie zeigen, dass es ein Problem gibt, erklärt der Unicredit-Analyst Paul Wessely. Negativ für das Marktsentiment dürfte sich zudem auch der Antrag auf staatliche Eigenkapitalhilfe durch die österreichische Kommunalkredit ausgewirkt haben.

Raiffeisen büßten 15,77 Prozent auf 21,90 Euro ein und fielen damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie bereits gefünftelt. Erste Group schlossen mit einem Minus von 8,71 Prozent bei 16,25 Euro.

Auch die anderen ATX-Schwergewichte kamen zu Wochenbeginn deutlich unter Druck. Telekom Austria fielen um 17,35 Prozent auf 8,10 Euro. Voestalpine verloren 9,36 Prozent auf 15,40 Euro. OMV büßten 9,09 Prozent auf 20,00 Euro ein (644 543 Stück). Verbund fielen um 8,07 Prozent auf 33,05 Euro (212 076 Stück).

Austrian Airlines Group (AUA) fielen vor dem Hintergrund der Turbulenzen um die Privatisierung der Airline um 10,42 Prozent auf 2,75 Euro (477 050 Stück). Im ersten Anlauf ist die fristgerechte Veräußerung der AUA gescheitert, darum musste die Staatsholding ÖIAG die Regierung um Fristerstreckung bis Ende Dezember ersuchen - was diese am Mittwoch beschließen will. Es erfolgt keine Neuausschreibung, sondern es wird mit der Lufthansa und der russischen S7 verhandelt. An der Spitze der wenigen Kursgewinner fanden sich am Montag Immofinanz mit einem Plus von 8,42 Prozent auf 1,03 Euro . /mik/APA/gr

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