Internationale Aktienmärkte
Schweizer Aktienmarkt schließt sehr schwach

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag unter kräftigen Kursverlusten bei Finanzwerten gelitten und mit sehr schwacher Tendenz geschlossen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag unter kräftigen Kursverlusten bei Finanzwerten gelitten und mit sehr schwacher Tendenz geschlossen. Neue Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche belasteten trotz der Einigung beim milliardenschweren Rettungsplan der US-Regierung die Aktienbörsen in Europa und in den USA und rissen den Schweizer Markt mit in die Tiefe.

So muss die deutsche Hypo Real Estate (HRE) vom Staat gerettet werden, die Regierungen der Benelux-Staaten wehrten eine drohenden Zusammenbruch der belgischen Fortis ab und der angeschlagenen britische Hypothekenfinanzierer Bradford & Bingley soll verstaatlicht werden.

Im Handel wurden erste Stimmen laut, die einen Zusammenhang zwischen den jüngsten Bank-Aussagen und der Enron-Krise sehen. "Wenn sich Banken in der einen Woche hinstellen und sagen alles sei O.K. und nächste Woche ein Rettungspaket fällig ist, traut niemand mehr den beschwichtigenden Aussagen", sagte ein Händler.

Ohne wesentliche Auswirkung auf das Handelsgeschehen blieben unterdessen die jüngsten US-Konjunkturdaten. So sind in den USA die persönlichen Einnahmen im August überraschend deutlich gestiegen, während die Einnahmen unverändert blieben.

Der SMI sank zum Handelsschluss um 315,39 Punkte oder 4,63 Prozent auf 6 500,13 Zähler. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI gab um 5,47 Prozent auf 958,80 Punkte und der breite SPI um 4,62 Prozent auf 5 445,68 Punkte nach.

Im Sog der negativen Entwicklung der europäischen Finanzwerte und verstärkt von einer negativen Tendenz an Wall Street ging es bei den hiesigen Banktiteln kräftig nach unten. So war es wieder einmal die UBS-Aktie, die am deutlichsten Federn lassen musste. UBS sanken um 13,6 Prozent auf 18,15 Franken und schlossen damit auf Tagestief. CS verbilligten sich um 7,8 Prozent auf 48,20 Franken und Julius Bär um 6,8 Prozent auf 54,85 Franken.

Zudem gingen Marktbeobachter bei der UBS davon aus, dass die Bank im Vorfeld der am Donnerstag stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung vorläufige Zahlen zum dritten Quartal veröffentlichen wird. Da das Institut weitere Wertberichtigungen auf Risikopositionen bekannt geben könnte, blieben die Investoren an der Seitenlinie.

Deutliche Abgaben verbuchten auch die Versicherer ZFS (-3,0 Prozent auf 300,75 Franken), Swiss Re (-7,9 Prozent auf 59,15 Franken), Swiss Life (-6,1 Prozent auf 161,60 Franken) und Baloise (-5,1 Prozent auf 74,30 Franken). Baloise startete am Handelstag ihren Aktienrückkauf über maximal zwei Mill. Namenaktien beziehungsweise vier Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals.

Mit OC Oerlikon (-13,0 Prozent auf 211,30 Franken), die sich dem Jahrestief bei 201,80 Franken näherten, und Geberit (-9,7 Prozent auf 130,10 Franken) blieben jedoch auch Industrieunternehmen von den Kursverlusten nicht verschont.

Der Personaldienstleister Adecco (Aktie: -3,3 Prozent auf 48,02 Franken) wollte sich derweil von der gescheiterten Übernahme des britischen Konkurrenten Michael Page nicht entmutigen lassen und sondiert weiter Akquisitionsmöglichkeiten.

Clariant (-6,1 Prozent auf 10,55 Franken) verloren im Sog von Akzonobel. Der niederländische Chemiekonzern leidet unter der Finanzkrise und der schwachen Konjunkturentwicklung. Das Unternehmen legt in der Folge sein Aktienrückkaufprogramm auf Eis und streicht zwecks Kostenersparnis 3"500 Stellen.

Die defensiven Schwergewichte Roche (-3,6 Prozent auf 169,60 Franken) und Novartis (-3,0 Prozent auf 57,70 Franken) konnten sich dem schwachen Markt über weite Strecken noch entziehen, gerieten dann aber auch in den Abwärtsstrudel. Lediglich Ciba (unv. bei 48 Franken), sowie Nestle (-1,7 Prozent auf 46,54 Franken) und Synthes (-1,3 Prozent auf 153,00 Franken) konnten sich bei den Standardwerten einigermassen behaupten.

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