Internationale Aktienmärkte
US-Arbeitsmarktdaten beflügeln Europas Börsen

Nach der Vorlage überraschend guter US-Arbeitsmarktdaten hat der Eurostoxx 50 am Freitag auf einem neuen Jahreshoch geschlossen. In den Vereinigten Staaten hatte sich der Stellenabbau im Juli unerwartet kräftig abgeschwächt.

Paris/London. Nach der Vorlage überraschend guter US-Arbeitsmarktdaten hat der Eurostoxx 50 am Freitag auf einem neuen Jahreshoch geschlossen. In den Vereinigten Staaten hatte sich der Stellenabbau im Juli unerwartet kräftig abgeschwächt. Außerhalb der Landwirtschaft war die Beschäftigtenzahl auf Monatssicht um 247 000 zurückgegangen. Das war der geringste Stellenabbau seit August 2008. Volkswirte hatten mit einem wesentlich höheren Minus von 320 000 Stellen gerechnet. Zudem war die Arbeitslosenquote überraschend gesunken. Manoj Ladwa, Händler bei ETX Capital, sagte mit Blick auf die Daten: "Die Vereinigten Staaten arbeiten sich langsam aus der Rezession heraus. Betrachtet man auch die jüngste Serie positiver Unternehmensergebnisse, so könnten wir das Schlimmste bereits hinter uns haben."

Der Eurostoxx 50 schloss mit einem Aufschlag von 1,66 Prozent auf 2 706,22 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 2,58 Prozent. Der Pariser CAC-40-Index stieg um 1,25 Prozent auf 3 521,14 Punkte. Für den Ftse 100 in London ging es um 0,87 Prozent hoch auf 4 731,56 Punkte. Auch diese beiden Indizes markierten auf Schlusskursbasis neue Jahreshöchststände.

In Europa rückten derweil vor allem Bankenwerte in den Fokus. Für Gesprächsstoff sorgten vor allem die Halbjahreszahlen der Royal Bank of Scotland (RBS) . Deren Papiere zählten - unter anderem auch wegen kräftiger Vortagsgewinne - zu den größten Verlierern. Die RBS-Aktien brachen im britischen "Footsie" um 12,08 Prozent auf 46,99 Britische Pence ein und litten unter der Bekanntgabe eines Verlustes von 1,04 Mrd. Pfund. Zudem sagte das Management, es rechne mit einer schwachen Finanzentwicklung in den kommenden zwei Jahren. Händler David Buik von BGC Partners verwies darauf, dass die Zahlen zum Teil unter den Erwartungen gelegen hätten, insbesondere bei den Rückstellungen für faule Kredite. Dennoch sieht er noch keine Panikverkäufe in der Aktie und hält sie nach wie vor für eine "Erholungsstory". Papiere der Lloyds Banking Group gaben im Sog der Meldungen von der RBS um knapp drei Prozent nach.

Im Eurostoxx 50 aber standen viele Finanzwerte auf den Einkaufszetteln der Investoren. Hier konzentrierten sich die Anleger mehr auf die positiven Nachrichten aus den USA statt auf die enttäuschenden Zahlen der RBS. An der Indexspitze verteuerten sich die Anteilsscheine der Societe Generale um 4,97 Prozent auf 53,22 Euro, und Titel der Intesa Sanpaolo stiegen dahinter um 4,52 Prozent auf 2,8 350 Euro.

Mit zu den größten Gewinnern zählten auch Telekomwerte. Einer der Favoriten im europäischen Leitindex Eurostoxx war die Deutsche Telekom mit einem Plus von 3,82 Prozent, die am Vortag Zahlen vorgelegt hatte. Titel von France Telecom stiegen um 3,57 Prozent auf 17,71 Euro. Jpmorgan hatte die Aktien auf "Overweight" hochgestuft. Grund für die neue Anlageempfehlung sei der stärkere Margen-Ausblick, schrieb Analyst Jerry Dellis in einer aktuellen Studie. Die Papiere der Telecom Italia litten dagegen nach enttäuschenden Zahlen vom Vortag unter negativen Analystenurteilen und rückten nur um unterdurchschnittliche 1,51 Prozent auf 1,0 730 Euro vor. Merrill Lynch hatte die Aktie auf "Neutral" gesenkt.

Unter den Autowerten fielen die Titel von PSA Peugeot Citroen am CAC-40-Ende um 5,43 Prozent auf 21,25 Euro, nachdem S & P das Kreditwürdigkeitsrating des Unternehmens auf Junk-Status gesenkt hatte. Anteilsscheine von Renault konnten sich diesem negativen Sog nicht entziehen und verloren als Schlusslicht im europäischen Leitindex 1,97 Prozent auf 32,80 Euro. Schließlich will der Schweizer Arzneimittel-Hersteller Nycomed offenbar das Pharmageschäft der belgischen Solvay-Gruppe übernehmen. Dies verlautete aus Finanzkreisen. Solvay-Titel rückten um 0,71 Prozent auf 70,49 Euro vor.

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