Internationale Marktberichte
Asien-Börsen setzen Talfahrt ungebremst fort

Die Börsen in Fernost haben am Mittwoch erneut deutliche Verluste erlitten. In Tokio schloss der Nikkei-Index auf seinem tiefsten Stand seit knapp vier Monaten. Ausländische Anleger hätten ihren Appetit auf japanische Aktien verloren, weil die Wirtschaft des Landes in zweistelligen Prozentraten schrumpfe, sagte ein Analyst.

HB TOKIO/HONGKONG. Die Börsen in Fernost haben am Mittwoch erneut deutliche Verluste erlitten. In Tokio schloss der Nikkei-Index auf seinem tiefsten Stand seit knapp vier Monaten. Hier drückten am Tag nach dem Rücktritt von Finanzminister Shoichi Nakagawa mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahren Sorgen vor einer Ausweitung der Rezession in der Heimat und in den USA die Stimmung. Hinzu kamen Befürchtungen, wonach die Rezession die Finanzbranche Osteuropas sehr stark treffen und auch die Kreditwürdigkeit der westeuropäischen Mutterkonzerne gefährden könnte. Dies zog vor allem Finanz- und Immobilienwerte nach unten.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,5 Prozent auf 7534 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss ein Prozent im Minus bei 749 Zählern.

Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur, der chinesische Leitindex und der Kospi-Index in Südkorea notierten schwächer. Der Aktienmarkt in Taiwan verbuchte dagegen leichte Gewinne.

Finanzwerte sind wieder die großen Verlierer

Nach den Kurseinbrüchen an der Wall Street, die auch von der Unterzeichnung des 787 Mrd. Dollar schweren Konjunkturprogramms durch US-Präsident Barack Obama nicht aufgehalten wurden, zeigten sich die Investoren sehr vorsichtig. "Ausländische Anleger haben ihren Appetit auf japanische Aktien verloren, weil es wahrscheinlich neben einigen Schwellenländern das einzige Land auf der Erde ist, dessen Wirtschaft in zweistelligen Prozentraten schrumpft", sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. "Der Markt kann auch keine effektiven ökonomischen Maßnahmen von der Regierung erwarten, weil sie dazu derzeit nicht in der Lage ist." Hintergrund: Regierungschef Taro Aso musste Nakagawa auswechseln, da er auf dem G7-Treffen in Rom auf einer Pressekonferenz betrunken wirkte.

Zu den größten Verlierern gehörten nach den Vorgaben aus den USA erneut Bankentitel, die ihre Verluste vom Vortag ausbauten. Die Titel des größten japanischen Instituts Mitsubishi UFJ Financial Group brachen um 3,1 Prozent ein, die der Sumitomo Mitsui Financial Group gar um 4,6 Prozent.

Autowerte gegen den Trend fester

Begrenzt wurden die Verluste in Tokio durch Autowerte wie Honda oder Toyota, die sich nach Vorlage der Sanierungskonzepte der angeschlagenen US-Autobauer GM und Chrysler gegen den Trend stemmten. Die japanische Zeitung "Nikkei" hatte zuvor berichtet, Toyota plane, seine Produktion im Mai um 30 Prozent zu erhöhen. Honda-Aktien legten 1,1 Prozent zu, die Anteilsscheine von Toyota 1,7 Prozent. Wegen der Hoffnung auf mehr staatliche Infrastrukturprojekte legten auch die Papiere von Baufirmen wie Obayashi Corp zu. Obayashi-Titel zogen um 6,7 Prozent an.

Die düsteren Aussichten für die osteuropäischen Banken lasteten im fernöstlichen Devisenhandel auf dem Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel zum Dollar von 1,2587 Dollar. Zur japanischen Währung fiel der Dollar auf 92,35 Yen.

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