Internationaler Aktienhandel
Börse Wien: Finanzwerte drücken ATX ins Minus

Die Wiener Börse hat am Freitag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der ATX fiel um 69,26 Punkte oder 3,33 Prozent auf 2011,36 Einheiten. Der Index notiert damit nur mehr hauchdünn über den am vergangenen Freitag zum bisherigen Höhepunkt der Börsenkrise erreichten Mehrjahrestiefs.

dpa-afx/apa WIEN. Die Wiener Börse hat am Freitag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der ATX fiel um 69,26 Punkte oder 3,33 Prozent auf 2011,36 Einheiten. Der Index notiert damit nur mehr hauchdünn über den am vergangenen Freitag zum bisherigen Höhepunkt der Börsenkrise erreichten Mehrjahrestiefs.

Mit seiner Entwicklung am Freitag lag die tatsächliche Entwicklung des ATX rund 169 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2 180 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York-0,43 Prozent, Dax/Frankfurt +3,42 Prozent, Ftse/London +4,64 Prozent und CAC-40/Paris +4,68 Prozent.

"Die Demontage geht weiter", sagte ein Aktienhändler, "alles was wir diese Woche gewonnen haben, ist wieder verspielt". Im Nachmittagsverlauf war der ATX zeitweise sogar unter die Marke von 2000 Punkten und damit seine zuletzt erreichten Mehrjahrestiefs auf Schlusskursbasis gefallen. Im Späthandel konnte sich der Markt zwar so wie andere Börsen auch etwas erholen, doch während andere europäische Märkte stark in die Gewinnzone drehten, blieb in Wien ein deutliches Minus zu Handelsschluss.

Die Wiener Börse dürfte Händlern zufolge vor allem unter dem Osteuropafokus österreichischer Unternehmen leiden. Engagements in Osteuropa werden angesichts der Finanzkrise von Investoren derzeit als Risiko eingestuft, hieß es am Markt. Die osteuropäischen Börsen gaben entsprechend am Freitag stark nach. "Früher haben wir die Osteuropa-Bonuskarte gehabt, jetzt wendet sich das Blatt in die andere Richtung", sagte ein Aktienhändler.

Unter Druck kamen vor diesem Hintergrund am Freitag erneut die Finanzwerte. Erste Group Bank verloren 9,96 Prozent auf 21,60 Euro. Vienna Insurance fielen um 8,63 Prozent auf 20,55 Euro Raiffeisen International büßten 5,19 Prozent auf 25,55 Euro ein.

Größere Abgaben gab es auch in OMV , die Aktie verlor 3,77 Prozent auf 23,00 Euro. Andritz fielen um 12,37 Prozent auf 17,00 Euro.

Größter Verlierer im prime market waren am Freitag AvW Invest mit einem Minus von 26,49 Prozent auf 33,00 Euro. Im Wochenverlauf hat die Aktie bereits 70 Prozent an Wert eingebüßt. Händler erklärten die Verluste am Freitag mit den Negativ-Meldungen zum Unternehmen.

Aufgrund der eigenmächtigen Wertpapiertransaktionen durch einen mittlerweile angezeigten Prokuristen des Unternehmens sei ein Liquiditätsengpass entstanden, teilte die AvW am Freitag mit. Aus heutiger Sicht sei der Engpass "nicht existenzbedrohend". Nachdem die AvW-Aktie noch Ende September neue Rekordhochs erreicht hat, sei nun auch das Korrekturpotenzial höher, meinte ein Händler.

Unter den weiteren Tagesverlierern rangierten Constantia Packaging mit einem Minus von 17,42 Prozent auf 20,48 Euro. Die so wie Constantia Packaging zuletzt ebenfalls zur Constantia Packaging B.V. gehörende Constantia Privatbank wurde am Freitag in einer Rettungsaktion von einer Gruppe heimischer Banken übernommen. Die Privatbank war Österreichs erstes Bankenopfer der Finanzkrise.

Unterschiedlich entwickelten sich die stark unter die Räder gekommenen und nun vor einer möglichen Verschmelzung stehenden Immofinanz Immobilien Anl. und Immoeast Immobilien Anlagen . Immofinanz verloren 12,40 Prozent auf 1,13 Euro. Immoeast legten hingegen 7,77 Prozent auf 1,11 Euro zu . Tagesgewinner im prime market waren am Freitag Intercell mit einem Plus von 8,49 Prozent auf 22,24 Euro.

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