Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Die Kursrally geht weiter

Die europäischen Börsen haben ihre zweiwöchige Kursrally am Montag fortgesetzt. Die Nachfrage nach Aktien sei zwar hoch, sagte ein Börsianer. Die Luft werde jedoch zunehmend dünner. Aus Branchensicht waren insbesondere Titel des Mediensektors und der Versorger gefragt.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 gewann weitere 0,72 Prozent auf 2 601,41 Zähler. Der CAC-40-Index stieg um 0,18 Prozent auf 3 372,36 Zähler. Der Ftse 100 rückte um 0,21 Prozent auf 4 586,13 Punkte vor und ist damit seit zwölf Handelstagen ohne Kursverluste.

Aus Branchensicht gefragt waren insbesondere Titel des Mediensektors und der Versorger. Auch die Papiere des Rohstoffsektors waren im Tagesverlauf gefragt. Arcelormittal schlossen im Eurostoxx mit plus 1,63 Prozent auf 26,47 Euro. Der weltgrößte Stahlkonzern hatte Spekulationen über eine Auslagerung seiner Edelstahlsparte dementiert. Solche Überlegungen gebe es nicht, hatte der Konzern mitgeteilt. Die "Financial Times" hatte zuvor ohne Nennung von Quellen berichtet, der Konzern prüfe, den Geschäftsbereich in ein Joint Venture mit einem anderen Unternehmen zu überführen.

In London gaben die schwer gewichteten Minenwerte dem "Footsie" Auftrieb. Vorreiter waren dabei Lonmin mit plus 4,67 Prozent auf 1 291 Britische Pence. Vom erneut kräftig gestiegenen Ölpreis profitierten Ölwerte wie BP und Eni . Allerdings gab der Ölpreis seine Gewinne im Tagesverlauf fast vollständig wieder ab.

Auch Banken und Versicherer fielen zumeist mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf. Aegon stiegen um 1,90 Prozent auf 4,929 Euro. ING Groep gewannen 3,15 Prozent auf 8,68 Euro. Banco Santander stiegen mit plus 3,40 Prozent auf 9,89 Euro an die Spitze des Eurostoxx 50. Im "Footsie" zogen Papiere der Lloyds Banking Group getrieben von einer positiven Studie um 6,85 Prozent auf 81,87 Pence an. Die Experten von Nomura hatten ihre Einstufung für die Banktitel von "Reduce" auf "Buy" angehoben und das Kursziel von 58 auf 100 Pence deutlich nach oben gesetzt.

TNT gewannen in Amsterdam nach Zahlen 2,70 Prozent auf 15,58 Euro. Der niederländische Logistiker dreht wegen der Nachfrageflaute im Expressgeschäft weiter an der Kostenschraube. Bisher hatten die Niederländer zum Vorjahresquartal 135 Mill. Euro eingespart und stockten nun an diesem Montag das Sparziel für das Gesamtjahr von 400 Mill. Euro auf 500 bis 600 Mill. Euro auf. Zudem schüttet TNT als Zwischendividende 18 Cent je Aktie aus. Analysten hatten dies als Zeichen von Stärke eingestuft. Die Zahlen verfehlten indes laut Marktteilnehmern die Erwartungen.

Ebenfalls nach Zahlen ging es im Ftse 100 für Pearson-Aktien um 12,05 Prozent auf 679,00 Pence nach oben an die Index-Spitze. Der britische Verlagskonzern hatte im ersten Halbjahr der Krise getrotzt und übertraf laut Börsianern die Markterwartungen. Der Umsatz hatte im ersten Halbjahr bei 2,398 Mrd. Pfund gelegen, Analysten hätten im Schnitt mit 2,28 Mrd. gerechnet. Pearson bestätigte zudem das Jahresziel, mit dem bereinigten Ergebnis je Aktie trotz ungünstiger Währungseffekte das Niveau des Vorjahres zu halten.

Aktien von Rexam rutschten indes gegen den freundlichen Gesamtmarkttrend um 12,12 Prozent auf 284,50 Pence ab. Der Verpackungsmittel- und Getränkedosenhersteller erwägt eigenen Angaben zufolge eine Kapitalerhöhung. Zudem hieß es vom Unternehmen, dass sich das Geschäft seit dem ersten Quartal nicht verbessert habe. Analyst Kevin Lapwood von Seymour Pierce stufte die Papiere von "Buy" auf "Hold" ab.

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