Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen mit Mini-Minus

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Mittwoch belastet von deutlichen Kursverlusten in Tokio und einem unsicheren Start der Wall Street mit einem kleinen Minus aus dem Handel gegangen. Hinzugewinnen konnten vor allem Ölwerte.

dpa-afx PARIS/LONDON. "Die Erholung seit März war bemerkenswert. Die meisten Indizes haben sich seit Jahresbeginn stark entwickelt, auch wenn wir noch unter dem Niveau vor dem Zusammenbruch von Lehman liegen", sagte Valerie Plagnol, Strategin bei CM-CIC Securities in Paris. "Aber das Glas ist immer noch halb leer. Die Konjunkturdaten haben sich verbessert, doch der Ausblick auf den privaten Konsum ist immer noch düster."

Der Eurostoxx 50 gab um 0,44 Prozent auf 2 703,76 Punkte nach. Der Pariser CAC-40-Index verlor 0,29 Prozent auf 3 573,13 Zähler. In London fiel der Ftse 100 um 0,04 Prozent auf 4 817,55 Zähler.

Ölwerte gehörten vor dem Hintergrund positiv beurteilter Nachrichten aus dem Sektor zu den größten Gewinnern. So kletterten BP mit einem Aufschlag von 4,26 Prozent auf 541,65 Britische Pence an die Spitze des Ftse 100. Dem Unternehmen zufolge wurde in einem Ölfeld im Gold von Mexico ein "gigantischer" Fund gemacht. Im Eurostoxx 50 war der französische Branchenvertreter Total mit einem Plus von 1,61 Prozent auf 39,880 Euro einer der besten Werte. Eni kletterten um 1,23 Prozent auf 16,4 700 Euro. Der italienische Konzern verhandelt mit der britischen Beteiligungsgesellschaft Kersch über einen Verkauf seiner Raffinerie in Livorno.

Am unteren Indexende fanden sich zahlreiche Finanztitel wieder. Diese litten Experten zufolge wie die Aktien ihrer US-Konkurrenten unter Aussagen des Börsenexperten Keith Springer von Capital Financial Advisory Services. Dieser hatte am Vortag gesagt, ein Ende der Probleme bei Finanzunternehmen sei noch nicht absehbar. Sie seien lediglich eine Zeit lang durch die Stimulierungsmaßnahmen der Regierung verdeckt worden.

Fortis rutschten mit einem Abschlag von 4,52 Prozent auf 2,807 Euro auf den letzten Indexplatz. ING gaben davor um 3,94 Prozent auf 9,7 590 Euro nach. In London sanken Royal Bank of Scotland (RBS) um 3,96 Prozent auf 52,40 Pence. An der Züricher Börse fielen die Titel des Versicherers Swiss Re mit einem Minus von 4,78 Prozent auf 45,7 800 Schweizer Franken an das Ende des SMI .

Legal & General markierten in London mit einem Abschlag von 8,66 Prozent auf 68,88 Pence den letzten Platz im Ftse 100. Die Werte der britischen Lebensversicherer belastete ein Bericht der "Financial Times", dem zufolge die Branche fürchtet, wegen der strengeren neuen EU-Bestimmungen 50 Mrd. Pfund (umgerechnet rund 57 Mrd. Euro) an frischem Kapital aufnehmen zu müssen. In einem Brief an Finanzminister Alistair Darling brachte die Branche laut der Zeitung ihre Sorge zum Ausdruck, es könne sogar zu einer Destabilisierung der Branche in ganz Europa kommen.

Alcatel-Lucent gaben in Paris als Schlusslicht im CAC-40 um 7,33 Prozent auf 2,364 Euro nach. Der französische Telekomausrüster bringt eine 750 Mill. Euro schwere Wandelanleihe auf den Markt, um seine Schulden zu refinanzieren. Einige Analysten hatten in den vergangenen Wochen bereits entsprechende Überlegungen des Unternehmens vermutet. Die Experten von Kepler begrüßten indes die Maßnahme und ließen die Aktie auf "Buy" mit eine Kursziel von 2,40 Euro. Zudem hieß es in einem südkoreanischen Medienbericht, Alcatel-Lucent gehöre ebenso wie der Handy-Hersteller Sony Ericsson und eine Beteiligungskapitalgesellschaft der US-Investmentbank Jpmorgan zum engeren Kandidatenkreis für einen Kauf des LG-Nortel-Anteils von Nortel Networks . Sony Ericsson dementierte inzwischen ein Interesse.

Die Ankündigung einer Kapitalerhöhung ließ B-Aktien von Maersk in Kopenhagen um deutliche 6,78 Prozent auf 34 000,00 Dänische Kronen fallen. Die Reederei-Gruppe will ihre finanzielle Flexibilität erhöhen und plant dafür den Verkauf von bis zu 250 340 Anteilsscheinen oder 5,7 Prozent ihrer B-Aktien. Nach Angaben des Unternehmens betrüge der Preis auf Basis des Schlusskurses vom Dienstag bis zu 9,2 Mrd. Kronen (1,24 Mrd. Euro).

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