Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse: Verluste trotz gutem Beginn

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag mit Verlusten geschlossen. Zwar konnte der SMI zu Beginn an die Erholungstendenzen der vergangenen Woche anknüpfen. Am Nachmittag bröckelten jedoch die Gewinne im Einklang mit den europäischen Börsen ab und kurz vor Schluss rutschten die Indizes noch in die Verlustzone.

Die Trendwende war Experten zufolge einmal mehr auf Negativnachrichten zu der Kreditkrise zurückzuführen. So sei in einer Studie von Goldman Sachs zu HSBC von massiven Abschreibungen wegen der Subprime-Krise die Rede. Zudem habe es Medienberichte zu einem möglichen signifikanten Stellenabbau bei der Citigroup gegeben. Marktteilnehmer sprachen von einer gewissen Verunsicherung am Markt, wohin die Reise gehen könnte. Es fehlten im Moment die wegweisenden Impulse, zumal auch aus den USA keine verwertbaren Vorgaben kämen, hieß es.

Der SMI schloss 0,13 Prozent tiefer bei 8 361,16 Zählern. Der 30 Unternehmen umfassende SLI gab um 0,05 Prozent auf 1 255,55 Punkte nach und der SPI verlor 0,06 Prozent auf 6 788,45 Zähler.

Im SMI gingen die größten Verluste an Clariant (-3,6 Prozent auf 9,63 Schweizer Franken). Die Titel hatten am Morgen noch zu den größten Gewinnern gezählt, nachdem neue Preiserhöhungen angekündigt worden waren. Das Unternehmen hatte gleichzeitig mitgeteilt, dass die Kosten "signifikant" gesenkt, die Restrukturierungsanstrengungen beschleunigt und die Produktivität verbessert worden seien. Am Schluss gerieten die Titel allerdings unter Druck und durchbrachen erneut die Marke von zehn Franken.

Deutliche Abgaben waren auch bei den Pharmatiteln Roche (-2,2 Prozent auf 209,50 Franken) und Novartis (-0,8 Prozent auf 61,60 Franken) zu sehen. Die beiden Titel hatten allerdings in der Vorwoche in einem schwachen Gesamtmarkt um acht Prozent beziehungsweise fünf Prozent zugelegt.

Im Finanzsektor gingen Swiss Re mit minus 1,9 Prozent auf 80,65 Franken ziemlich stark zurück. Die Angst vor weiteren Abschreibungen im Zuge der Kreditkrise ist bei den Anlegern Börsianern zufolge geblieben. Die Aktien der Großbanken UBS (-0,2 Prozent auf 49,62 Franken) und Credit Suisse (-0,5 Prozent auf 62,65 Franken) drehten auf Grund der schlechten Nachrichten aus dem Finanzsektor ins Minus. Vor allem UBS hatten noch am Morgen weit oben in der SMI-Tabelle rangiert.

Die übrigen Versicherungsaktien Baloise (+0,3 Prozent auf 106,00 Franken), Zurich Financial Services (ZFS) (+1,0 Prozent auf 310,75 Franken) und Swiss Life (+0,1 Prozent auf 297,25 Franken) wurden dagegen gesucht. Swiss Life hatte am Morgen einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens angekündigt. Demnach soll der bisherige CEO Rolf Dörig zunächst in den Verwaltungsrat gewählt werden und ab 2010 als Verwaltungsratspräsident amtieren. Als Nachfolger von Rolf Dörig wird der jetzige CEO International Bruno Pfister vorgeschlagen. Die Nachricht wurde in Marktkreisen mehrheitlich positiv kommentiert.

Die größten Gewinne gingen aber auf das Konto von ABB (+1,9 Prozent auf 30,46 Franken). Nestle verhinderten mit plus 1,21 Prozent auf 535,50 Franken noch größere Verluste am Markt. Der Nahrungsmittelkonzern hatte in Russland einen Hersteller von Premiumschokolade (Umsatz 2006 von 51 Mill. Dollar) übernommen.

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