Lehman Brothers im Fokus
US-Börsen schließen uneinheitlich

Die US-Börsen haben nach gemischt ausgefallenen US-Konjunkturdaten am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Von kräftigen Kursgewinnen der Aktien des US-Autobauers General Motors und der US-Investmentbank Lehman Brothers wurden die Standartwerte getrieben. Demgegenüber drückten Kursverluste des weltgrößten Videospiel-Herstellers Electronic Arts auf die Technologiewerte.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 10 586 und einem Tief von 10 521 Punkten. Er verließ den Handel um 0,24 Prozent höher bei 10 547 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte 0,26 Prozent höher bei 1203 Punkten. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq schloss kaum verändert bei 2069 Stellen.

„Der Markt ist momentan etwas orientierungslos, wie eigentlich schon seit einer ganzen Weile“, brachte es Analyst Edger Peters von PanAgora Asset Management auf den Punkt. Die guten und schlechten Nachrichten zur US-Konjunktur würden sich die Waage halten, fügte er mit Blick auf die von der US-Regierung veröffentlichten Zahlen hinzu. Demnach wurden die Auswirkungen überraschend gesunkener Erzeugerpreise im Mai durch schwache Zahlen zum Einzelhandelsumsatz, insbesondere in der Auto- und Bekleidungsindustrie, teilweise ausgeglichen. Generell dürften die Sorgen vor einer anziehenden Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt nun aber abnehmen.

„Abgesehen von einzelnen Papieren wie die von General Motors, wartet der Markt einfach nur ab, und zwar auf die Zahlen zum Verbraucherpreis-Index, die morgen vorgelegt werden sollen“, bestätigte auch Kapitalstratege Peter Boockvar von Miller Tabak & Co. GM-Aktien legten um rund 4,1 Prozent auf 35,87 Dollar zu.

Zuvor hatte die Investment-Firma Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian mitgeteilt, ihr Anteil an dem angeschlagenen Autobauer habe sich - wie schon vor Tagen angekündigt - nun von knapp vier auf rund sieben Prozent erhöht. Analysten zufolge hatte dies das Vertrauen der Anleger in die Papiere des Autokonzerns gestärkt. Auch Aktien des GM-Konkurrenten Ford waren gefragt und stiegen um rund 2,9 Prozent auf 10,82 Dollar.

Die zu Ford gehörende Autovermietungsfirma Hertz hatte der US-Börsenaufsicht am Vortag Unterlagen für ihren geplanten Börsengang vorgelegt.

Aktien des Finanzinstituts Lehman Brothers legten um rund 3,2 Prozent auf 96,05 Dollar zu. Das in New York ansässige Unternehmen hatte seinen Gewinn im zweiten Quartal nach eigenen Angaben um zwölf Prozent auf 683 Millionen Dollar gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen.Die US-Elektronikkette Best Buy korrigierte ihre Gewinnprognose sogar um 85 Prozent nach oben - die Aktien gewannen um rund 14,7 Prozent auf 67,80 Dollar hinzu und konnten die schwachen Zahlen zum Einzelhandelsumsatz zumindest etwas wettmachen.

Dagegen gaben Papiere von Electronic Art um 0,1 Prozent auf 57,94 Dollar nach. Offenbar honorierten die Händler neuerliche Gerüchte nicht, wonach das US-Unternehmen ein Kaufangebot für Europas zweitgrößten Videospiel-Produzenten Ubisoft abgeben will.

Zur positiven Grundstimmung trug dank Mitnahmeeffekten auch ein sinkender Ölpreis bei. Nach wochenlangen Preis-Rallys mussten am Dienstag im späten Handel für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl noch 55,00 Dollar gezahlt werden - rund 60 Cent weniger als am Vortag, als der Ölpreis den höchsten Stand seit Ende April erreicht hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,32 Milliarden Aktien den Besitzer. 2094 Werte legten zu, 1210 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,43 Milliarden Aktien 1756 im Plus, 1261 im Minus und 181 unverändert. An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 05/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 4,113 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um 25/32 auf 114-16/32 nach und hatten eine Rendite von 4,423 Prozent.

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