Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte
Nikkei stürzt ab

Die Aktienmärkte in Fernost haben nach der vorläufigen Ablehnung der Sanierungspläne von GM und Chrysler in den USA ihre Verluste ausgeweitet. Vor allem Auto-, Banken- und Exportwerte gerieten unter Druck. Zudem lasteten nach der Rally der Vorwoche Gewinnmitnahmen auf dem Markt.

HB HONGKONG/TOKIO. Die Zurückweisung der bisherigen Sanierungspläne von GM und Chrysler in den USA hat die Aktienmärkte in Fernost am Montag auf Talfahrt geschickt. In Tokio verzeichnete der Nikkei seinen größten prozentualen Tagesverlust seit mehr als zwei Monaten. Vor allem die Papiere der japanischen Autobauer rutschten nach der Ankündigung in den Keller. Zudem stieg der Yen gegenüber Dollar und Euro stark an. Daher gerieten vor allem Exportwerte unter Druck.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte stürzte 4,5 Prozent ab und ging bei 8236 Punkten aus dem Handel. Vor den Nachrichten aus den USA tendierte er rund 1,8 Prozent im Minus. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 4,2 Prozent tiefer auf 789 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong und Singapur, der chinesische Leitindex und die Börse in Taiwan notierten größtenteils deutlich schwächer.

Die von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Auto-Taskforce lehnte die bisherigen Sanierungspläne von GM und Chrysler ab und forderte weitreichendere Maßnahmen. Ansonsten werde der Geldhahn binnen weniger Wochen zugedreht. (für weitere Informationen siehe und) "Der Fakt, dass ein GM-Bankrott nach wie vor möglich ist, ist schockierend", sagte Takashi Ushio von Marusan Securities. Die Börse in Tokio reagierte erschüttert und baute nach der Ankündigung auf breiter Front ab. Die Anleger waren unter anderem angesichts des bevorstehenden G20-Gipfels ohnehin mit Vorsicht in die Woche gestartet.

Unter Druck gerieten vor allem Auto- und Exportwerte. Toyota-Titel verloren 3,7 Prozent, die von Nissan 7,7 Prozent. Honda-Papiere gaben 6,7 Prozent nach, die von Mazda 11,9 Prozent. Bei den Exportwerten verlor Casio 5,8 Prozent, Sony 7,4 Prozent und Kyocera 4,8 Prozent.

Einen Tag vor Ende des japanischen Finanzjahres lasteten zusätzlich Gewinnmitnahmen auf dem Markt. "Die Anleger kommen allmählich zu dem Schluss, dass nach einer so kräftigen Rally ein weiterer Kursanstieg schwer zu erreichen sein wird, weil nur wenige Marktteilnehmer damit rechnen, dass sich die Fundamentaldaten so sehr verbessern werden", sagte Hajime Nakajima von Cosmo Securities.

Negative Vorgaben des US-Finanzsektors aus der Vorwoche bescherten den japanischen Bankenwerten zusätzlichen Gegenwind. Die Chefs von JPMorgan und der Bank of America hatten am Freitag erklärt, ihr Geschäft sei im März schwieriger gewesen als in den ersten zwei Monaten des Jahres. Dies führte nun auch zu Abschlägen in Tokio. So büßten die Aktien der Großbank Mitsubishi UFJ 7,4 Prozent ein.

Die Titel von FDK Corp stemmten sich gegen den Trend und kletterten 9,4 Prozent. Fujitsu hatte zuvor angekündigt, seine Anteil an dem Verluste schreibenden Elektronikteile-Hersteller auf knapp zwei Drittel zu erhöhen. Fujitsu-Scheine gaben anschließend 4,5 Prozent nach.

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