Marktbericht: Börse Frankfurt
Partystimmung – Dax schießt nach oben

Der deutsche Aktienmarkt ist mit einem Kursfeuerwerk in die Woche gestartet: Der Dax legte am Montag nach der Citigroup-Rettung mehr als zehn Prozent zu. Vor allem Aktien der Banken verzeichneten kräftige Zuwächse. Kursgewinne an der Wall Street hatten am Nachmittag noch einmal für zusätzlichen Schwung gesorgt. Ohne VW wäre der Dax sogar noch deutlicher nach oben geschossen.

HB FRANKFURT. Auch der überraschend kräftige Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas im November auf den niedrigsten Stand seit Februar 1993 machte die gute Stimmung nicht zunichte. Der Dax legte bis zum Handelsschluss 10,34 Prozent zu und schloss bei 4 554 Punkten - ein Plus von 427 Zählern. Der deutsche Leitindex holte damit fast den gesamten Verlust der Vorwoche von 12,4 Prozent wieder auf. Händler beklagten aber die relativ geringen Umsätze. Das Handelsvolumen im Dax betrug 211 (Freitag 204) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 5,2 (4,7) Mrd. Euro.

Grund für die gute Stimmung ist die Rally an den US-Börsen. Nach einem satten Plus am Freitag legte der Dow Jones am Montag nach Bekanntwerden des Rettungspakets für die taumelnde US-Bank Citigroup weiter zu. Die anstehende Ernennung des New Yorker Fed-Chef Timothy Geithner zum künftigen Finanzminister der USA sorgte zusätzlich für etwas Zuversicht unter den Anlegern. "Die kräftige Erholung der US-Börsen wurde von fundamental wichtigen Ankündigungen zu Konjunkturpaketen und auch durch Timothy Geithner als möglichem neuen US-Finanzminister untermauert", sagte Thilo Müller von MB Fund Advisory. Das könne die Abwärtsspirale der Marktteilnehmer an den Börsen stoppen.

Zudem wurde die Mehrwertsteuersenkung in Großbritannien als Motor für die Kursgewinne genannt. Marktteilnehmer sehen dadurch den Druck auf die Bundesregierung steigen, ebenfalls mit umfangreichen Steuersenkungen gegen die Wirtschaftsflaute vorzugehen.

In New York stiegen die Aktien der Citigroup um rund 60 Prozent. Zum Handelsschluss in Europa notierte der Dow-Jones-Index vier Prozent im Plus, der Nasdaq-Composite lag vier Prozent höher. An der Nymex verteuerte sich das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI um 7,5 Prozent auf 53,70 Dollar.

Bankenwerte standen an der Dax-Spitze, wobei die Deutsche Bank mit plus 23,67 Prozent die größten Kursgewinne verzeichnete, gefolgt von den Papieren der Hypo Real Estate (HRE), die 21,4 Prozent zulegten. Commerzbank-Aktien verteuerten sich um 13,87 Prozent. Die Nachricht über staatliche Hilfe für die Citigroup sorge für Erleichterung, sagten Börsianer. Die US-Regierung eilt der stark angeschlagenen Großbank mit einer weiteren Kapitalspritze über 20 Mrd. Dollar sowie einer Bürgschaft von bis zu 306 Mrd. Dollar zur Hilfe. Auch Analyst Philipp Hässler von equinet begründete das dicke Kursplus bei den Banken mit den Nachrichten zur Citigroup und sprach auch von einer technischen Reaktion.

Einziger Verlierer im Dax waren die VW-Aktien, die um 9,67 Prozent fielen. Die Kapriolen um die Volkswagen-Aktien, die Ende Oktober mit einer zeitweiligen Gewichtung von 27 Prozent im Dax zu Buche schlugen, veranlasste die Börse ihr Regelwerk für die Index-Zugehörigkeit zum 22. Dezember zu verändern. Künftig muss der Streubesitz eines Unternehmens für die Mitgliedschaft in einem Index bei mindestens zehn Prozent liegen statt wie bisher bei fünf Prozent. Das Index-Gewicht kann auch außerhalb der regulären Quartalstermine gekappt werden. Damit wird die Gewichtung eines Wertes in den Indizes auf maximal zehn Prozent begrenzt. "Das ist vernünftig und sinnvoll", sagte ein Händler. "Es kommt zwar ein bisschen später, aber besser so als nie."

Im MDax kletterten die Papiere des Bezahlsender Premiere um mehr als 30 Prozent. Nach Medienmogul Rupert Murdoch hat nun auch der italienische Ministerpräsident und Medienunternehmer Silvio Berlusconi Anteile an Premiere erworben. Über seine Finanzholding Fininvest habe Berlusconi zuletzt 3,134 Prozent der Premiere-Stammaktien gehalten, teilte der Sender am Montag in München mit. Ob es sich um einen kompletten Neueinstieg oder die Erhöhung eines bereits vorhandenen Anteils handelt, blieb zunächst unklar. Die Meldeschwelle für Beteiligungen liegt bei drei Prozent. Murdoch hält über seine News Corp. derzeit 25,01 Prozent an Premiere und ist damit größter Aktionär.

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