Marktbericht: Börse New York
Dow findet keinen Boden

Am zweiten Tag in Folge haben die US-Börsen massive Verluste verbucht. Das vorläufige Scheitern der Hilfen für die Autobranche und der Absturz des Ölpreises unter die Schwelle von 50 Dollar haben die Anleger verunsichert. Der S&P-500 fiel auf den niedrigsten Stand seit elfeinhalb Jahren. Auch die Aussichten sind düster.

HB NEW YORK. Die Aussicht auf einen möglichen Bankrott eines der großen Autokonzerne schürte Sorgen, dass sich der Abschwung deutlich beschleunigen wird. Zudem belasteten ein Sturzflug des Ölpreises unter die Schwelle von 50 Dollar je Barrel und schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt die Stimmung. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der Woche zum 15. November auf den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 5,6 Prozent tiefer bei 7552 Punkten, nachdem er in der weiten Spanne zwischen 7506 und 8187 gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 notierte 6,7 Prozent tiefer bei 752 Zählern und damit auf dem Stand von 1997. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor fünf Prozent auf 1316 Punkte. In der Folge fiel der US-Dollar zum japanischen Yen auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. In Frankfurt hatte der Dax zuvor mit 3,1 Prozent im Minus nahe eines Jahrestiefs von 4220 Punkten geschlossen.

Trotz tagelanger Verhandlung konnte sich der US-Kongress nicht auf milliardenschwere Hilfen für die schwer angeschlagene Autoindustrie einigen. Die Konzerne sollen aber die Chance für einen zweiten Anlauf bis zum 2. Dezember bekommen. Dies schürte Hoffnungen, der Staat werde die Branche doch noch retten. Die Papiere von Ford beendeten den Handel bei zehn Prozent im Plus, nachdem sie im Handelsverlauf auf dem niedrigsten Stand seit 27 Jahren gefallen waren. Die Aktie der Opel-Mutter General Motors schloss 3,2 Prozent höher. Sie wurde zeitweise auf dem tiefsten Stand seit 70 Jahren gehandelt.

Zu den Verlierern zählten weiterhin Finanztitel. Die Aktie von JPMorgan gab knapp 18 Prozent nach. Auch die Aktie der Citigroup schloss trotz erfreulicher Nachrichten von Investorenseite 26 Prozent tiefer. Der saudiarabische Prinz Alwalid bin Talal will seinen Anteil an dem von der Finanzkrise schwer gebeutelten Geldhaus wieder auf fünf Prozent aufstocken. Citigroup habe 50 Mrd. Dollar an Investorengeldern eingesammelt, sagte Alwalid.

Der Preis je Barrel US-Leichtöl notierte erstmals seit dreieinhalb Jahren unter 50 Dollar. Händler begründeten den Preisrutsch mit der weltweiten Wirtschaftsflaute, die die Nachfrage nach Öl kräftig bremst. Anleger verkauften daher auch Energietitel. Die Chevron-Aktieverlor 8,8 Prozent, Exxon fiel 6,7 Prozent.

Dem Negativtrend an den Märkten konnte sich letztendlich auch die Aktie des Getränke- und Lebensmittelkonzerns PepsiCo nicht entziehen. Sie fiel 3,5 Prozent, obwohl das Unternehmen trotz Konjunkturflaute und Sonderbelastungen sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,23 Mrd. Aktien den Besitzer. 227 Werte legten zu, 2986 gaben nach und 36 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,15 Mrd. Aktien 358 im Plus, 2458 im Minus und 106 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 104-03/32. Sie rentierten mit 1,877 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 94/32 auf 106-12/32 und hatten eine Rendite von 3,004 Prozent.

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